Kerngesund mit Mr. Disziplin

Bernd Österle (39) zählt seit über einer Dekade zu den erfolgreichsten Fitnessathleten der Welt und stählte sich mehrfach zum „Mr. Universum Fitness“. Sein Erfolgsrezept gibt der begehrte Personal Trainer, Ernährungscoach und Autor gerne weiter – etwa im neuen Kochbuch „Die Arlberg-Diät“. La Loupe hat den vor Energie strotzenden Arlberg-Fan getroffen!

Bernd Österle
Bernd Österle

L.L.

Sie sind seit Kindesalter sportlich aktiv. Hat sich schon damals Ihr Interesse für richtige Ernährung entwickelt?

B.Ö.

Grundsätzlich war das Interesse als Jugendlicher noch nicht so groß. Aber ich hatte das Glück, neben einem Bauernhof aufzuwachsen. Deshalb gab es bei uns nur gesunde Sachen zu essen und das ist bei mir hängen geblieben. Heute ernähren sich viele Jugendliche ja vorwiegend von Junk Food, zuckerhaltige Getränke usw. und werden immer übergewichtiger. Ein Problem liegt darin, dass in der Schule immer weniger Sport betrieben wird. Natürlich sind aber auch die Eltern gefordert, ihren Kindern so viele Bewegungsanreize wie möglich mitzugeben. Ich halte es für wichtig, sich schon in jungen Jahren im Sport eine gewisse Disziplin zu erarbeiten. Diese kommt einem später auch im Berufsleben zugute. Die Jugendlichen sind ja unsere Zukunft!

L.L.

Wie kamen Sie dann zum Fitnesssport?

B.Ö.

Zuerst war ich als Skirennläufer im Vorarlberger Kader, mit ca. 15 Jahren folgte der Boxsport. So habe ich schon in jungen Jahren sehr viel Disziplin entwickelt. Durch den Sport beschäftigte ich mich dann auch mit gesunder Ernährung und merkte beim Kraft- und Ausdauertraining im Fitnesscenter, dass ich Talent für den Fitnesssport hatte. 2001 trat ich erstmals bei internationalen Wettkämpfen an und holte mir – nach dem Motto „Er kam, sah und siegte“ – gleich den Titel Mr. Universe Fitness.

L.L.

Wie fühlt man sich eigentlich als fittester Mann des Universums?

B.Ö.

Beim ersten Titel trägt man die Nase gleich etwas höher. Mit den Jahren und mehreren Titeln entwickelt sich eine Routine, aber auch eine Art Sucht. Man möchte sich selbst beweisen, dass man die gesamte Weltelite noch einmal schlagen kann. Nach Jahren an der Weltspitze aufzuhören, ist sehr schwierig. Ich hatte meine Karriere ja schon beendet, habe letztes Jahr aber ein Comeback gestartet, um mir und meinen Kunden zu beweisen, dass man es auch nach einem Unfall – ich hatte einen komplizierten Bruch – noch einmal schaffen kann. Und ich bin 12 Wochen nach der Operation erneut Fitness-Weltmeister geworden!

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L.L.

Wie ist eigentlich die Idee zum Kochbuch „Kerngesund – Die Arlberg Diät“ entstanden?

B.Ö.

Bei der Veröffentlichung meines ersten Kochbuches kam die Idee zum zweiten. Ich wollte wieder über Ernährung schreiben, dieses Mal über mein eigenes Konzept, das ich bereits bei vielen Leuten im Training und Ernährungscoaching anwendete. Der Titel lag nahe, weil der Arlberg eine Region zum Wohlfühlen und Energietanken ist. Die Lecher und Zürser haben etwas Ursprüngliches und sind kerngesunde Menschen. Das Prinzip des Buches lautet, ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis zwischen Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett zu schaffen. Die beschriebenen Gerichte sind mit Sternen – so wie bei den Hotels – klassifiziert. Die hochwertigsten haben 5 Sterne, d.h. 70 % Eiweiß. Das Buch dient also als Leitfaden mit vielen bewerteten Rezepten.

L.L.

Der Arlberg ist also auch für Gäste ideal, um Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten nachhaltig zu überdenken?

B.Ö.

Genau! Im Winter kommen sie ja hauptsächlich zum Skifahren. Im Sommer aber bieten wir den Gästen an, mein Konzept in einem „Body Camp“ kennenzulernen und umzusetzen. Sie werden dabei von mir persönlich und meinen Partnerhotels begleitet. Zum Beispiel gibt es ein gemeinsames Frühstück inklusive Ernährungsberatung und danach den ganzen Tag lang ein individuelles Sportprogramm und kerngesunde Ernährung. Wer sich also echte Erholung und neue Energien wünscht sowie einen gesünderen Lebensstil entwickeln möchte, ist im sommerlichen Body Camp genau richtig! Ich habe Partnerhotels in der ganzen Arlbergregion, in denen ich vorrangig arbeite. Grundsätzlich kann man mich aber überall buchen, falls ich zeitliches Potenzial habe.

L.L.

Welche Produkte werden bei der Arlberg-Diät bevorzugt?

B.Ö.

Vor allem eiweißreiche Produkte. Als Ausgleich dazu ist Gemüse und Obst wichtig, die Kohlenhydrate sind eher reduziert. Regionale Produkte sind mir sehr wichtig. Angesichts des überall verfügbaren Fastfood und der vielen übergewichtigen Kinder halte ich ein Umdenken in den Köpfen der Menschen für unbedingt nötig.

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L.L.

Ihre beiden Bücher bieten Rezepte, die richtig Lust auf Kochen machen. Werden viele Diäten abgebrochen, weil sie zu mühsam zum Umsetzen sind?

B.Ö.

Wenn man auf irgendwelche Crash-Diäten setzt, wird der bekannte Jo-Jo-Efekt eintreten. Nicht aber bei der Arlberg-Diät. Man darf sich dabei nicht vom Wort „Diät“ täuschen lassen, es bedeutet hier nämlich „hochwertige und ausgewogene Ernährung“. Wenn man sich an meinen Leitfaden hält, wird man keine Probleme mit dem Durchhalten oder erneuter Gewichtszunahme haben.

L.L.

Wer kocht eigentlich bei Ihnen zu Hause?

B.Ö.

Grundsätzlich ich selbst. Ich bin zwar kein Haubenkoch, kann aber ein bisschen kochen, weil ich es mir über die Jahre während meiner Fitnesswettkämpfe aneignen musste. Ab und zu gehe ich auch mal gerne im Hotel Mama vorbei.

L.L.

Sie haben kürzlich eine Fitness-App entwickelt. Für wen ist sie gedacht, was kann sie?

B.Ö.

Die Idee zu „SmartFitness“ entstand dadurch, dass mein zeitliches Potenzial langsam ausgeschöpft ist. Aufgrund der zahlreichen Stammkunden kann ich kaum noch neue Kunden persönlich betreuen. Per Smartphone allerdings bin ich gerne bei jedem als Coach dabei. Man kann sich je nach Interesse ein individuelles Programm downloaden und ganz einfach von zu Hause aus mit mir trainieren – egal ob es ein Sixpack, sexy schlanke Beine oder Oberarme wie Herkules sein sollen! Das klingt gut!

Vielen Dank für das Gespräch.