„Schönheit beginnt mit der Individualität“

Interview mit Schönheitschirurg Dr. Sina Djalaei

Fotokredit: Dr. Sina Djalaei (c) Michelle Fraikin

Als wir Dr. Sina Djalaei zum vereinbarten Telefoninterview anrufen, kommt er gerade aus Mailand – mit einem Fuß bereits im nächsten Flieger nach Paris und Dubai. Der renommierte Spezialist für ästhetische Medizin verhilft nicht nur Frauen und Männer in seiner Privatpraxis d|aesthetic in Köln zu einem besseren Aussehen, sondern ist aufgrund seiner innovativen Behandlungsmethoden auf der ganzen Welt gefragt und gefeiert. Sein eigens entwickeltes „Facial Design“-Konzept setzt auf eine ganzheitliche ästhetische Behandlung des Gesichts, ganz ohne OP. Mit Hyaluronsäure- und Botulinumtoxin-Injektionen gestaltet er bei seinen Klienten einen strahlenden, natürlichen Look. Ein Interview über Schönheit, die mit der Individualität beginnt. 

L.L.

Sie stammen aus dem Iran, leben aber schon seit Ihrem neunten Lebensjahr in Deutschland. Woher kommt Ihr Sinn für Schönheit und Ästhetik?

S.D.

Natürlich muss man für Behandlungen dieser Art Arzt sein, aber in gewisser Weise auch Künstler, denn man benötigt definitiv einen Blick für das Ganzheitliche. Sicherlich kann man Techniken optimieren und üben, doch der Sinn für das Schöne und die Ästhetik muss von innen herauskommen. Vielleicht liegt es bei auch im Blut, denn man sagt ja den Persern nach, sie hätten einen besonderen Blick für die Schönheit ... (lacht).

Mein Vorteil ist sicherlich die jahrelange Erfahrung. Ich bin Chirurg – habe also eine fundierte Facharztausbildung – und spezialisiere mich zudem seit acht Jahren auf das Facial Design. Mir hilft auch der Blick für die Ästhetik, und ich schule ja selbst weltweit andere Ärzte und Experten. All das führt dazu, dass die Ergebnisse am Ende so schön werden: Meine Patienten bleiben natürlich, obwohl das Behandlungsergebnis effektiv ist.

L.L.

Sie sind Facharzt für Chirurgie und Spezialist für ästhetische Medizin. Wie sieht Ihr ganz persönliches Schönheitsideal aus bzw. wie würden Sie überhaupt Schönheit definieren? 

S.D.

Schönheit kann man nicht definieren, denn sie ist immer sehr individuell. Ich arbeite bewusst nicht nach Standard, denn so erzielt man keine guten Ergebnisse. Die Harmonie und Proportionen des Gesichts müssen stimmen – genau darum geht es. Wir empfinden Menschen als schön, wenn die Harmonie stimmt. Jeder Patient – egal ob jung oder alt, Frau oder Mann – wird bei mir ganz individuell beraten und behandelt. Die Kunst ist, dass das Gesicht am Ende harmonischer und auf keinen Fall „gemacht“ aussieht. Freunde und Bekannte sollen gar nicht merken, dass die Person behandelt wurde, sondern nur, dass sie einfach besser aussieht. Schönheit bedeutet für mich also, dass das Gesicht eines Patienten harmonisch und frisch aussieht.

Praxisraum  Dr. Sina Djalaei in Köln
Praxisraum Dr. Sina Djalaei in Köln
L.L.

Ihre Patienten kommen mit gewissen Vorstellungen und Wünschen. Lassen sich diese immer mit Ihrer Philosophie vereinbaren?

S.D.

Es gibt immer globale Trends, die überall gut ankommen. Nichtsdestotrotz ist Individualität ein großes Thema. Im mittleren Osten wollen die Frauen beispielsweise rundere, volle Wangen, in Europa wünschen sich die Patienten hingegen eher kantige Wangen. Asiaten wollen dafür eher schmalere Konturen. Hier gibt es also definitiv kulturelle Unterschiede. In Schweden haben die Menschen andere Wünsche als beispielsweise in Dubai. Die Techniken, die ich anwende, sind aber überall die gleichen

L.L.

Sie reisen aufgrund Ihres Berufs über den ganzen Globus und hielten bereits Vorträge in Saudi Arabien, Oslo und Bangkok. Haben Sie den Eindruck, die Schönheitsvorstellungen werden weltweit zunehmend ähnlicher? Oder werden manche Eingriffe nur in gewissen Partien der Welt gewünscht?

S.D.

Es gibt immer globale Trends, die überall gut ankommen. Nichtsdestotrotz ist Individualität ein großes Thema. Im mittleren Osten wollen die Frauen beispielsweise rundere, volle Wangen, in Europa wünschen sich die Patienten hingegen eher kantige Wangen. Asiaten wollen dafür eher schmalere Konturen. Hier gibt es also definitiv kulturelle Unterschiede. In Schweden haben die Menschen andere Wünsche als beispielsweise in Dubai. Die Techniken, die ich anwende, sind aber überall die gleichen

Dr. Sina Djalaei beim Beratungsgespräch
Dr. Sina Djalaei beim Beratungsgespräch
L.L.

Wie wichtig ist die Erholungsphase nach den Behandlungen und was sollte beachtet werden?

S.D.

Nach einer Behandlung bei mir muss man sich nicht rehabilitieren. Ich habe Patienten, die danach gleich wieder zur Arbeit gehen. Man ist direkt wieder gesellschaftsfähig, das ist der große Vorteil meiner Behandlung. Nichtsdestotrotz muss man eine Woche auf Saunagänge und starke Sonnenbäder verzichten. Da müssen Patienten etwas vorsichtig sein. 

L.L.

Nicht nur immer mehr Frauen lassen sich mit Hyaluronsäure und Botox bei Ihnen behandeln, auch Männer gehören immer häufiger zu Ihrem Klientel. Sie entwickelten sogar eine eigene Behandlungstechnik namens Mascu|Look. Was hat es damit auf sich? 

S.D.

Ich schule Ärzte weltweit mit dieser Behandlungstechnik und habe sie letztes Jahr auf dem größten Kongress in Monaco vorgestellt – der Mascu|Look kommt überall sehr gut an und ist eine absolute Neuheit. 

Männer wollen natürlich auch besser aussehen, doch lange wusste man nicht, wie man ihr Gesicht behandeln sollte. Oft wurden Eingriffe als typische Frauensache abgestempelt. Aus diesem Grund kam eine solche Behandlung lange Zeit für Männer nicht in Frage. Langsam realisieren sie jedoch, dass sie dadurch attraktiver, frischer und vor allem männlicher aussehen. Genau hier knüpft mein Mascu|Look an: Männer bleiben trotz der Behandlung maskulin oder können dadurch sogar noch maskuliner aussehen. Herkömmliche Behandlungsmethoden ließen den Mann oft femininer wirken, das passiert beim Mascu|Look nicht. 

Viele Männer schätzen, dass man den Eingriff nicht sieht und gleich wieder einsatzbereit ist. Sie haben also beispielsweise keine Ausfallzeiten in der Arbeit. Zehn bis 15 Prozent meiner Patienten sind mittlerweile Männer, Tendenz steigend. Bei Männern steigt sogar die Nachfrage schneller als bei Frauen ... 

La Loupe Dr Sina Djalaei Behandlung
L.L.

Ganz neu ist Ihre Halsstraffungsmethode. Was hat es damit auf sich? 

S.D.

Diese Methode ist ganz neu. Mir ist ein ganzheitliches Erscheinungsbild sehr wichtig, deshalb fällt oft auf, dass der Hals nach einer Behandlung des Gesichts nicht so richtig zum Gesicht passt – selbst, wenn der Eingriff gut gemacht wurde. Dafür habe ich ein Konzept entwickelt, mit dem die Hyaluronsäure so präzise verteilt wird, dass das Ergebnis sehr schön wird. Der Hals wird nachweislich gestrafft, die Haut praller und das Ergebnis bleibt natürlich. Die Behandlung ist wirklich toll, und die Methode kommt sehr gut an. 

L.L.

Ein natürliches Ergebnis verlangt einen individuellen Behandlungsplan und ein gutes Gespür. Ab wann raten Sie zu einer Behandlung oder hilft manchmal auch nur ein Urlaub?

S.D.

Das kommt schon vor. Patienten kommen jedoch nicht zu mir, um anders auszusehen, sie möchten nur optimiert werden und haben ganz gewisse Vorstellungen. Ich kann Patienten natürlich auch ganz dezent behandeln. Auch hier spielt die Harmonielehre eine große Rolle. Wenn ich der Ansicht bin, der gewünschte Eingriff würde die Proportionen zum Negativen verändern, behandle ich den Patienten nicht. 

Dr. Sina Djalaei  beim Teoxane Kongress
Dr. Sina Djalaei beim Teoxane Kongress

Wordrap:

Gibt es unerfüllbare Wünsche? Ja, auf jeden Fall. Hier ist es mein Job zu sagen: „Bis dahin und nicht weiter!“

Beruf oder Berufung? Berufung. Die Arbeit ist meine Passion, das vermittele ich auch meinen Patienten.

Wenn ein Patient mit einer Fotovorlage kommt ... ist das schwierig. Ich kann und will die Form des Gesichts nicht verändern, sondern versuche, das Gesicht des Patienten am besten zu optimieren.

Waren frühere Generationen weniger eitel? Würde ich nicht sagen. Heute hat man einfach mehr Möglichkeiten. 

Individualität ... ist wichtig, um eine natürliche Schönheit zu erreichen.