„Jetzt hab ich es geschafft!“

Interview mit Hotelier und Triathlet Denny Elsensohn-Noé

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Denny Elsensohn-Noé ist den meisten Lech-Gästen vor allem als vielbeschäftigter Hoteldirektor im Traditionshotel Tannbergerhof bekannt. Was so mancher jedoch noch nicht über ihn wusste: Er ist auch leidenschaftlicher Radsportler und begeisterter Triathlet. Im Interview mit La Loupe spricht der gebürtige Deutsche über den Arlberg als Rennradeldorado und den Spagat zwischen Beruf und Sport. 

L.L. / Hotellerie und Sport – zwei Tätigkeiten, die sehr zeitaufwendig sind. Wie schaffen Sie, beides unter einen Hut zu bekommen? Wie bereiten Sie sich trotz Ihres Berufs auf einen Wettkampf vor? 

D.E. / Manchmal ist das natürlich schwierig. Selbstverständlich ist die Arbeit im Vordergrund, der Sport ist mehr das Hobby. Im Winter bleibt dafür eigentlich keine Zeit, da gehe ich maximal einmal die Woche zum Schwimmtraining. Nach der Wintersaison widme ich mich dann wieder vermehrt dem Sport, wenn es die Zeit zulässt, steige ich von 12 bis 16 Uhr aufs Rad. Natürlich ist der Spagat nicht immer leicht, aber der Sport dient mir als Ausgleich und ermöglicht es mir, so richtig abzuschalten. 

L.L. / Wie sind Sie eigentlich zum Sport gekommen?

D.E. / Markus, ein sehr guter Freund von mir und auch mein Götti (Anm.: Taufpate), hat mich schon als kleiner Junge zum Radsport gebracht. Früher war ich sehr viel Mountainbiken, doch das hat mich in Lech nicht so richtig gereizt. Also bin ich vor etwa fünf Jahren aufs Rennrad umgestiegen. Markus hat mich dann auf die Idee gebracht, bei einem Triathlon in Saalfelden mitzumachen. Damals habe ich aber das ein Kilometer lange Schwimmen total unterschätzt, habe dafür nicht trainiert und musste dann nach 500 Metern abbrechen. Danach habe ich wirklich intensiv angefangen zu trainieren und seitdem zählt der Triathlon zu meinem Hobby.

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L.L. / Sie sind Gründungsmitglied des RCTC–Vorarlberg Road Cycling/Triathlon Club. Welche Idee steht dahinter? 

D.E. / Der RCTC ist in erster Linie ein Interessensclub, in dem vor allem Freunde von mir sind, die auch gerne radfahren und Triathlon machen. Der Vorarlberger Triathlonverband hat uns auch schon mehrmals gefragt, ob wir nicht einen Verein gründen wollen. Dazu fehlt uns aber momentan die Zeit. 

Beim RCTC geht es einfach darum, dass wir gemeinsam Sport machen und dabei vor allem Spaß haben. Mal sehen, wie es aber in Zukunft weitergeht.  

L.L. / Mit dem Hotel Tannbergerhof unterstützen Sie das Rad Team Vorarlberg. Die jungen Profis waren bereits einige Male bei Ihnen im Trainingslager. Warum eignet sich die Region am Arlberg so gut zum Trainieren?

D.E. / Es geht natürlich um die Höhe. Triathleten sagen, dass ab 1.700 Metern das Höhentraining erst richtig losgeht. Ich finde, wir haben eine wunderbare Region zum Rennradfahren und um für einen Triathlon zu trainieren. Und wir sind natürlich große Unterstützer und Gönner des Rad Team Vorarlberg – wir haben auch bereits den ersten Sieg eingefahren. 

Um das Rennradfahren hier her an den Arlberg zu bringen, können Gäste auch gemeinsam mit diesen Rennradprofis fahren. Das ist natürlich eine super Promotion. 

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L.L. / Dazu können Hobbysportler Bike-Packages im Hotel Tannberghof buchen. Auf was dürfen sich die Radsportler freuen?  

D.E. / Wir sind noch bei der Planung für ein Camp, aber der Termin wird wahrscheinlich um den Arlberg Giro oder zum Radrennen „Rund um Vorarlberg“ stattfinden. Es wird eine Woche lang gehen und innerhalb dieser werden ein bis zwei Ausfahrten mit Profis unternommen. Auch für ein Teamfahrzeug und Verpflegung wird gesorgt sein. Das Rennen wird dann den Abschluss dieser Woche bilden. 

L.L. / Die Sommersaison wird gerade für die Bergregion immer wichtiger. Haben Sie das Gefühl, Lech Zürs ist hier auf einem guten Weg?

D.E. / Wir haben die letzten Jahre gemerkt, dass wir die richtige Richtung einschlagen. Im Winter findet natürlich unser Hauptgeschäft statt, aber der Sommer wird immer wichtiger. Gäste genießen eine stetig wachsende Auswahl an Freizeitmöglichkeiten und auch das Thema Radfahren wird in Zukunft sicher interessant werden. 

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L.L. / Welche Ideen verfolgen Sie konkret zum Radsport in der Region Lech Zürs? 

D.E. / Nicht nur das Rennrad wird immer spannender, auch E-Bikes erfreuen sich großer Beliebtheit. So wird der Sport auch für diejenigen interessant, die sich zuvor vielleicht nicht mit dem Rad auf den Berg gewagt hätten. Generell gehört Sport für immer mehr Menschen zum Lifestyle und genau dort setzen wir an. 

L.L. / Sie blicken auf eine lange Zeit als Radsportler zurück. An welche Momente erinnern Sie sich ganz besonders gerne? 

D.E. / Besonders an die Momente, in denen ich auf irgendeinem Pass stehe und mir denke: „Jetzt habe ich es geschafft!“ Ob das die Silvretta, das Hahntennjoch oder der Hochtannbergpass ist – überall ist es wirklich wunderschön. Durch das Radfahren wird mir bewusst, wie traumhaft die Gegend ist. Natürlich verfolge ich dabei auch persönliche Ziele, jedoch mache ich natürlich auch Fotopausen. Ich habe den Arlberg eigentlich nur durchs Radfahren kennengelernt und kenne ihn mittlerweile besser als meine Frau (lacht). 

Denny Elsensohn-Noé ©Sportograf
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L.L. / Momentan schaffen Sie einen gekonnten Spagat aus Hotellerie und Radsport. Welche Zukunftspläne haben Sie? 

D.E. / Meine Zukunft sehe ich weiterhin in der Hotellerie und was die Zukunft noch so bringt, wird sich zeigen. Natürlich bin ich aber auch gespannt, was wir in puncto Radsport die nächsten Jahre noch bewegen können. Einige Projekte in Lech und Zürs sind auf jeden Fall geplant. 

Wordrap mit Denny Elsensohn-Noé

Schwimmen, Rennrad oder Laufen?

Alle drei Sportarten machen Spaß!

Mein größtes Ziel:

Nächstes Jahr werde ich 40 und da möchte ich gerne mit ein paar Freunden den Ironman in Barcelona absolvieren

Im Sommer verbringe ich meinen Feierabend in Lech Zürs am liebsten mit ...

meiner Frau.

Von E-Bikes halte ich ...

sehr viel.

Was war das härteste Rennen?

Ironman in Pula mit Knieschmerzen

Meine Leidenschaft zum Radsport kommt von ...

Markus und aus meiner Kindheit.