Blick ins Blaue

Skyspace-Lech

Skyspace „The color inside“ University of Texas, Austin, 2012 © James Turrell Foto: Holzherr

Seit Ende Mai 2017 sind die Bauarbeiten in vollem Gange. Am Tannegg, 1780 Meter über dem Meeresspiegel, entsteht der Skyspace-Lech, den der amerikanische Künstler James Turrell konzipiert hat. Dabei handelt es sich um einen größtenteils unterirdischen Lichtraum, der sich sensibel in die Landschaft am Arlberg einfügt.

„Die Idee, in Oberlech einen von James Turrell gestalteten Skyspace zu bauen, ist deshalb ausgezeichnet, weil dieser es dem Betrachter ermöglichen wird, die Welt aus einem neuen Winkel zu sehen. Seit mir James den Himmel gezeigt hat, sehe ich diesen anders, schöner, subtiler, besser. Das ist gute Kunst, die die Museumsdirektoren anspricht und - vielleicht wichtiger - die Laien begeistert“, erklärt Grafikdesigner Stefan Sagmeister. Bereits im September 2014 besuchte James Turrell die Hochgebirgslandschaft am Arlberg. Er wählte den kleinen Hügel oberhalb der Bergstation der Schlosskopfbahn aufgrund seiner einzigartigen Qualitäten als geeigneten Ort für das Projekt aus.

Skyspace „The color inside“ University of Texas, Austin, 2012 © James Turrell Foto: Holzherr
Skyspace „The color inside“ University of Texas, Austin, 2012 © James Turrell Foto: Holzherr

Künstlerisches Konzept

Der Skyspace-Lech ist ein begehbares Kunstwerk, das künstlerische Wahrnehmungserlebnisse vermittelt. Der ovale, unterirdische Hauptraum hat eine ebenfalls ovale Öffnung in der Decke, durch die der Himmel beobachtet werden kann. Eine Lichtinstallation im Raum taucht nach Einbruch der Dämmerung Wände und Decken in farblich wechselndes Licht – die Raumstruktur scheint sich aufzulösen.

Die Deckenöffnung des Hauptraumes kann mit einer Kuppel verschlossen werden. Diese Kuppel hat nicht nur eine Schutzfunktion, sondern erlaubt auch die Umsetzung eines zweiten künstlerischen Konzepts von James Turell, des Ganzfeldraums. 

Installation Guggenheim Museum James Turrell, »From the Guggenheim, Aten Reign«, 2013 Inkjet-Print-Unikat | ca. 14 x 22 cm Foto David Heald © James Turrell Courtesy Häusler Contemporary München | Zürich
Installation Guggenheim Museum James Turrell, »From the Guggenheim, Aten Reign«, 2013 Inkjet-Print-Unikat | ca. 14 x 22 cm Foto David Heald © James Turrell Courtesy Häusler Contemporary München | Zürich
Promotion

Gemeinsam zum Ziel

Für die Realisierung des Kunstprojekts Skyspace-Lech zeichnet der gemeinnützige Verein Horizon Field verantwortlich. Dank der großen Unterstützung durch die Lecher Bevölkerung, Mäzenen, Sponsoring-Partnern und Kunstfreunden aus aller Welt konnte die Finanzierung des Skyspace-Lech gesichert werden.

James Turrell in Lech (Sept. 2014) © Maria Muxel
James Turrell in Lech (Sept. 2014) © Maria Muxel

Die Umsetzung der Pläne von James Turrell erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler und der Galerie Häusler Contemporary. „Mit dem Skyspace Projekt von James Turrell erhält Lech einen ästhetisch wertvollen, kontemplativen Ort, an dem sich sinnliche Erfahrung, Naturerlebnis und intellektuelle Reflexion treffen. Beeindruckend wird vor allem das Spiel zwischen Materialität und Immaterialität durch das Erleben von Licht und Farbe im Raum, das sich ganz unmittelbar jedem erschließt, der sich darauf einlässt“, freut sich Verena Konrad, Kunsthistorikerin und Direktorin des Vorarlberger Architektur Instituts.

James Turrell

James Turrell, geboren 1943 in Los Angeles, setzt sich seit den 1960er Jahren mit den Erscheinungsformen des natürlichen und künstlichen Lichts auseinander. Daraus entwickelte der Amerikaner die Idee der Skyspaces – Lichträume mit Öffnungen zum Himmel –, die er auf der ganzen Welt bereits über 60 Mal umgesetzt hat. Heute gehört James Turrell zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart.