Arlberg Weinberg – Lech als Nabel der Wein-Welt

Interview mit Horst Grilc

Anfang Dezember 2015 genießt man in Lech einmal mehr internationales Flair. Dieses Mal in Form von edlen Tropfen aus der Welt des Weines beim vinophilen Genuss-Event „Arlberg Weinberg“. Im LA LOUPE-Gespräch erzählt Event-Mastermind Horst Grilc vom facettenreichen Konzept und seiner Liebe zum Wein.

L.L.

Was erwartet die Gäste beim neuen Genießer-Event Arlberg Weinberg?

H.G.

Die Idee zur neuen Lecher Genussmesse stammt von Tourismusdirektor Hermann Fercher, dem Sandhof-Wirt Martin Prodinger und mir. Ziel ist die Belebung der Vorsaison mit einem internationalen Winzer- und Weinliebhaber-Treff in Form einer Weinmesse mit kulinarischem Rahmenprogramm. Das Ausstellerverzeichnis kann sich wirklich sehen lassen. Aktuell stehen wir bei 48 Winzern aus sieben Ländern, die ihre Produkte in und rund um den sport.park.lech präsentieren.

In Kooperation mit unseren Partnern aus der Hotellerie richten wir eine exklusive Kochecke ein, in der insgesamt 13 Haubenköche in zweistündigen Intervallen von 14.30 bis 18.30 Uhr ihr Können zeigen. Wir geben sowohl Tages-, als auch Zwei- oder Drei-Tages-Karten aus, die die Hotels gerne als Bestandteil ihrer Paketangebote für dieses kulinarische Wochenende buchen.

Foto by Lech Zürs Tourismus
Foto by Lech Zürs Tourismus

L.L.

Auf welche Highlights darf man sich konkret freuen?

H.G

Wir erwarten die Crème de la Crème der internationalen Weinmacher. Angesichts der Bedeutung von Lech Zürs am Arlberg in der Weinwelt werden die Winzerfamilien bzw. Önologen auch persönlich anwesend sein. Dabei sind zum Beispiel die Güter Polz, Sabathi, Kopfensteiner, Krutzler, Pichler-Krutzler oder Prieler aus Österreich, Braida, Antinori, Lageder, Luce della Vite und Biserno aus Italien, Château Palmer, Domaine Boillot, Domaine Humbert Freres aus Frankreich, Wegelin aus der Schweiz und natürlich einige ausgezeichnete deutsche Weingüter wie Künstler oder Lergenmüller.

Die Gastköche präsentieren jeweils die Spezialitäten ihrer Stammhäuser als Fingerfood-Kreationen. Thorsten Probost vom Burg Vital Resort bereitet eine Spezialität aus Kräutern und Fisch, das Burg Hotel sein legendäres Beef Tartar, der Koch des Hotel Sonnenburg zaubert einen veganen Schokokuchen. Alles in allem wird internationale Küche mit starkem regionalen Bezug geboten.

L.L.

Und das Rahmenprogramm ist ebenfalls hochkarätig…

H.G.

Neben der Messe bieten wir gemeinsam mit den Lecher Gastgebern ein attraktives Rundum-Programm mit vielen Möglichkeiten zum persönlichen Austausch. Der Besucher sucht je nach Lust, Laune und Budget aus, welche der zwei bis drei Side-Events pro Abend er besuchen möchte. Der Sandhof bietet zum Beispiel die Bordeaux-Vertikale mit exklusiven Weinen aus verschiedenen Dekaden. Im Burg Hotel genießt man 10 Jahrgänge TIgnanello, im Burg Vital Resort residiert das Weingut Chateau Palmere, die Köstlichkeiten vom Gut Schloss Gobelsburg serviert man im Hotel Post und im Hotel Edelweiss in Zürs lautet das Motto: „Sabathi meets Polz bei Strolz“.

L.L.

Welche Zielgruppen sprechen Sie an?

H.G.

Wir richten uns einerseits an interessierte Lecher Stammgäste, andererseits bieten wir der Gastronomie und Hotellerie eine interessante Plattform für Inspiration und Austausch. Angesprochen werden hauptsächlich Gastgeber, die in einem Radius von rund 150 Kilometern aus Vorarlberg, Salzburg, Tirol und Südbayern anreisen. Natürlich hoffen wir auf regen Besuch der Lecher Gastro-Szene.

In der Vermarktung zählen wir auf Lech Zürs Tourismus, die Lecher Hotels und natürlich auch die teilnehmenden Winzer und Händler, die mittels (Presse-)Newslettern, ihren Homepages und die diversen social media-Kanäle kräftig die Werbetrommel rühren. Es freut uns, dass bereits 15 Journalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Teilnahme zugesagt haben. Alleine mit den teilnehmenden Winzern haben wir schon rund 300 Nächtigungen generiert. Pro Tag erwarten wir rund 150 Besucher.

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L.L.

Warum eignet sich Lech so perfekt als „Austragungsort“ dieses Events?

H.G.

Lech wurde nicht umsonst zum „Weltgourmetdorf“ gekürt. Die Spitzengastronomie vor Ort wird diesem Ruf mehr als gerecht. Das spüre ich auch, wenn ich auf internationalen Weinmessen unterwegs bin. Im Gespräch mit Winzern wie zum Beispiel bei der vergangenen Vinitaly wird man immer wieder gefragt, ob man als Händler am Arlberg und natürlich in Wien vertreten ist. Sie wissen genau, wo die großen und teuren Weine getrunken werden. Wir als Händler stehen in Lech sogar vor dem Luxusproblem, dass die Nachfrage so stark ist, dass uns die großen Weine ausgehen und wir nicht immer alle Anfragen erfüllen können.

L.L.

Was empfehlen Sie Menschen, die ihr Wissen rund um die Welt der Weine erweitern möchten?

H.G.

Wie bei allen andern Dingen gilt: Die Übung macht den Meister. Wenn man immer wieder probiert entwickelt man eine Art „Speicherkarte“. Die Sensorik verfeinert sich, man kann irgendwann alles abrufen, was man schon getrunken hat. Am besten gefällt mir, wenn jemand ganz ohne lange darüber nachzudenken sagt, ob ihm der Wein schmeckt oder nicht. Wir stehen heute oft vor der Tatsache, dass es viel um Marken und weniger um die Geschmäcker geht. Dabei wäre es das Wesentliche.

Für mich herrscht in einem guten Wein eine gewisse Harmonie vor. Säure, Tannine und Fruchtanteile fügen sich ohne Ecken und Kanten harmonisch ineinander. Je komplexer, desto besser. Übrigens bestimmt man den Wein durch Anschauen, Riechen und Schmecken, wobei 75 Prozent der Wahrnehmung auf den Geruchssinn fallen. Ganz viele Geschmacksnerven befinden sich in den Nebenhöhlen, deshalb erlebt man den Wein besonders gut beim Ausatmen.

L.L.

Wie beeinflusst das Essen den Wein?

H.G.

Die Regeln, was wozu passt, gelten prinzipiell nicht mehr. Viel mehr serviert man leichte Weine zu leichten Speisen und umgekehrt. Eine ganz große Rolle spielen die Saucen. Zu Huhn empfiehlt sich ein leichter Wein, wird das Fleisch beispielsweise mit einer Marsala-Reduktion angerichtet, holt man eher etwas Stärkeres aus dem Weinkeller.

Eine Bildergalerie voller Genuss

L.L.

Österreich hat sich zu einem Land mit ausgezeichneten Weinen entwickelt. Können wir mit den großen Weinnationen wie Frankreich oder Italien mithalten? Welche Trends sind international spürbar?

H.G.

Wir Österreicher halten in vielerlei Hinsicht mit. Vor allem die österreichischen Weißweine, die 75 Prozent der inländischen Sorten ausmachen, haben ganz große Klasse. Bei der Produktion gehen die Winzer zurück ins Typische. Der Trend geht in Österreich weg von den Cuvées und hin zu reinsortigen Weinen. Weltweit federführend ist man in der Herstellung von Süßweinen, auch Österreichs flüssiges Gold genannt. Europaweit liegt momentan das Burgund mit seiner lässigen Stilistik der Rebsorten Pinot Noir und Chardonnay voll im Trend. Die Bordeaux Weine sind vielen zu teuer, während sich die deutschen Rieslinge im Vormarsch befinden.

L.L.

Was ist das Schöne an Ihrem Beruf?

H.G.

Da könnte ich lang schwärmen. Ich wohne in Lech und bin als selbstständiger Handelsvertreter für die Firma Morandell hauptsächlich in Lech, Zürs und Stuben unterwegs und habe in diesem Gebiet weit über 100 Kunden. Und zu 90 Prozent der Kunden könnte ich mit den Skiern hinfahren. Bei einem Spaziergang von mir zuhause durch Lech komme ich an rund zwanzig Hotels vorbei, die bei mir ihren Wein bestellen.

Ich schätze den freundlichen Umgang miteinander. Niemand sagt: „Da kommt der Vertreter.“ Ich bin für meine Klientel der Horst. Es geht auch um mich als Person und das ist unbezahlbar. Die freie Zeiteinteilung kommt mir ebenfalls sehr entgegen.

Horst Grilc
Horst Grilc

L.L.

Würde es Sie reizen, selbst als Winzer „in Produktion“ zu gehen?

H.G.

Ich bin gerne und jeden Tag in der Natur, von daher würde mich der Beruf des Winzers schon sehr reizen. Allerdings ist Lech meine zweite Heimat und die möchte ich nicht verlassen. Es ist aber schön zu wissen, dass ich jederzeit in den Weinbergen einer unserer Partner mithelfen könnte.

Ein gutes Glas Wein genieße ich am liebsten…

mit Freunden.

Mein Lieblingswein?

Habe ich keinen.

Rot, weiß oder Rosé?

Alles, aber in einer anderen Reihenfolge.

Wahrer Genuss bedeutet für mich…

Die Natur zu erleben.

Luxusrestaurant oder zünftige Almhütte?

Beides. Jedes zu seinem Zeitpunkt.

Arlberg Weinberg 06. – 09.12.2015

In Lech findet ein kulinarisches Gipfeltreffen der ganz besonderen Art statt. Von Sonntag bis Dienstag, jeweils von 14.30 – 18.30 Uhr, präsentieren rund 50 internationale Winzer ihre Weine im sport.park.arlberg einem hochkarätigem Publikum. Die Küchenteams der Lecher Top-Hotellerie verwöhnen die Besucher in der Showküche täglich mit feinsten Finger-Food-Kreationen. Die Partnerbetriebe bieten nicht nur attraktive Genusspauschalen. Mit den unterschiedlichsten vinophilen Abendveranstaltungen setzen sie darüber hinaus spannende Akzente zum Thema Wein.

Arlberg Weinberg 06. – 09.12.2015 www.lech-zuers.at/arlberg-weinberg
Arlberg Weinberg 06. – 09.12.2015 www.lech-zuers.at/arlberg-weinberg