Die Zeremonien­meisterin

Veronika Walch plant und organisiert Hochzeiten und Feste in Lech am Arlberg. Wer wie sie von Berufs wegen feiert, hat einiges zu erzählen. Etwa von altarscheuen Bräutigamen, einer Trauung im Horror-Look oder dem besonderen Pulsschlag des Lecher Sommers.

Über einen Mangel an Liebe und Romantik kann sich Veronika Walch nicht beklagen. Schließlich hat sie seit der Gründung ihrer Hochzeits- und Eventplanung „edel.weiss“ ständig mit verliebten und glücklichen Menschen zu tun. Oder? „Ja, ich habe schon von vielen romantischen Heiratsanträgen gehört. Jeder Antrag ist individuell und für das jeweilige Paar der schönste.“ Die allerschönsten sind aber sicher jene, die in Lech über die Lippen gehen. So soll es nicht selten vorkommen, dass das Ja-Wort beim Skifahren mit einer Flasche Champagner im Rucksack erbeten wird. Möglichkeiten und Inspiration bietet der mondäne Urlaubsort ja genug, findet auch Veronika Walch.

​It’s such a perfect day!

Der kreativen Organisatorin ist bewusst, dass ihrem Berufsstand gegenüber eine hohe Erwartungshaltung herrscht. Die Hochzeit soll der schönste Tag im Leben des Brautpaares sein, da dürfen absolut keine Fehler passieren. Als Arrangeurin des Glücks plant sie dabei sogar das Spontane ein: „Ich sage meinen Paaren immer wieder: Überlasst auch was dem Zufall, anstatt den Tag minutiös nach Drehbuch ablaufen zu lassen.“ Gewisse Dinge sind ja ohnehin nicht vorhersehbar, wie etwa die klassische Torschlusspanik kurz vorm Altar. Auch Veronika hat schon einmal eine Hochzeit ins Wasser fallen sehen, weil den Bräutigam plötzlich kalte Füße plagten. In diesem Fall muss ein Profi richtig reagieren: „Wichtig ist, auf die Gefühle des Paares einzugehen. Gewisse Dinge sind da noch nicht geregelt. Darum ist einer von beiden noch nicht bereit, den Bund fürs Leben einzugehen.“ Keinesfalls die Nerven verlieren, rät die Wedding-Plannerin also nicht nur dem zukünftigen Ehegatten.

​Hoch sollt ihr leben!

Bei Veronika Walch stehen die Wünsche und Bedürfnisse „ihres“ Brautpaares ganz oben auf der Liste. Daher nimmt sie zum Beispiel auch die (Braut-)Kleiderordung recht locker. Weiß ist zwar traditionell die Farbe der Unschuld, heutzutage wird das aber nicht mehr so eng gesehen. „Egal, ob zum zweiten Mal vorm Altar oder mit Kind unterm Herzen: Deshalb kann doch jeder in Weiß heiraten“, findet sie. Manche allerdings mögen’s ohnehin lieber heiß. So wie jenes Paar, das seine Hochzeit unter das Motto „Rocky Horror Picture Show“ gestellt hatte. „Das war wie ein großer Faschingsball!“, muss Veronika Walch noch heute schmunzeln. Tja, wie gesagt: Möglichkeiten gibt’s viele. Für ein perfektes Fest spielen Anlass und Geld ohnehin nur eine Nebenrolle. Mehr als ein Edelstatist hingegen ist das sommerliche Lech, das mit seiner Gastronomie, Hotellerie und herrlichen Natur den idealen Rahmen für Events aller Art bietet. Und woran denkt jetzt gerade die Expertin? Natürlich an was Romantisches: ein Champagnerfrühstück am Rüfikopf!