Kitzbühel in love:

Feiern unter Freunden

©MS Foto Chris Kristallski

Interview mit Zahnarzt und DJ Christian Hammerer 

Wenn sich Christian Hammerer in Wien gerade nicht um die Zahngesundheit seiner Patienten kümmert, findet man ihn leicht erhöht vor einer ausgelassen feiernden Menschenmenge – egal, ob am Strand von Ibiza oder in den angesagtesten Locations Kitzbühels. Denn Christian Hammerer ist nicht nur renommierter Arzt, sondern auch leidenschaftlicher House- und Techno-DJ. Warum ein Leben ohne das andere kaum vorstellbar wäre und warum man in Kitzbühel besonders gut feiert, erzählt der charismatische Oberösterreicher im La Loupe Interview.

L.L. / Sie sind leitender Arzt der Zahnklinik Josefstadt in Wien und gleichzeitig als DJ auf Tour. Haben Sie somit zwei Passionen zum Beruf gemacht?

C.H. / Das trifft es wahrscheinlich sehr gut. Erst durch das DJ-Dasein habe ich gemerkt, wie wichtig Leidenschaft ist, um eine Sache wirklich gut zu machen. Die Kombination aus beiden Berufen ist wie maßgeschneidert, das kann ich mittlerweile – für mich – sagen.

Trotzdem war ich immer extrem bemüht, beide Dinge strikt zu trennen – begonnen beim DJ-Künstlernamen „Chris Kristallski“. Vor allem auch, weil ich gemerkt habe, dass einige Leute nicht verstanden haben, dass das Auflegen nicht unbedingt nur mit Party und Alkohol zu tun hat. Ganz im Gegenteil: Wenn man in diesem Business langfristig Erfolg haben will, geht es um ganz andere Dinge. Man braucht sehr viel Durchhaltevermögen, Disziplin und Standhaftigkeit, damit einen die Nacht nicht verschlingt (lacht).

L.L. / Woher kommt Ihre Leidenschaft zur Musik? 

C.H. / Die Leidenschaft zur Musik hat schon früh begonnen, da meine um fünf Jahre ältere Schwester extrem musikaffin war und ich bereits als Kind mit ihrer Musik à la Depeche Mode und Duran Duran aufgewachsen bin. Im Nachhinein betrachtet hat mich das sehr geprägt.

Später war elektronische Housemusik für mich der Push, beim Training mit iPod und Kopfhörer im Ohr noch mehr zu geben, bis es dann aufgrund meiner Liebe zu Ibiza und dank Kontakten in die dortige Clubszene mehr und mehr in Richtung Deep House, Techno an die Turntables gegangen ist.

©MS Foto Chris Kristallski
©MS Foto Chris Kristallski

L.L. / Als DJ Chris Kristallski machen Sie Musik „with Love“, was dürfen wir uns darunter vorstellen? 

C.H. / Um wirklich weiterzukommen, ist es unumgänglich, eigene Musik zu produzieren. Aber eben nicht nur als Mittel zum Zweck, sondern, um Melodien und Tonfolgen zu schaffen, die unter die Haut gehen.

L.L. / Sie sind gern gesehener Gast hinter den Turntables des Club Take Five und bei Tomschy. Was hat Sie nach Kitzbühel gezogen? 

C.H. / Mich hat es bereits vor der Musikkarriere nach Kitzbühel gezogen. Meine Liebe zu den Bergen, zur Natur und zum Sport hat mich über einige Umwege hierher geführt. Ich kann mir nun keinen besseren Platz zum Leben vorstellen und habe deshalb meinen Hauptwohnsitz hierhin verlegt. Der Dorfcharakter, die Freundlichkeit und Geradlinigkeit vieler Einheimischer, die vielen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und das hohe Niveau in der Gastronomie sind für mich einzigartig.

L.L. / Ist Kitzbühel der perfekte Ausgleich zu Ihrem Leben in der Großstadt?

C.H. / Die Kombination aus Wien als Arbeitsmittelpunkt und Kitzbühel als Lebensmittelpunkt ist für mich ideal. Zusätzlich bin ich ja viel auf Tour an den Wochenenden, aber ich liebe das Zurückkommen nach Kitzbühel wie nie zuvor.


„Man braucht sehr viel Durchhaltevermögen, Disziplin und Standhaftigkeit, damit einen die Nacht nicht verschlingt.“

©MS Foto Chris Kristallski
©MS Foto Chris Kristallski

L.L. / Sie sind sehr sportlich und aktiv. Genießen Sie in Kitzbühel das sportliche Angebot mehr im Sommer oder im Winter?

C.H. / Mein großes Glück war, dass mich meine Eltern sehr früh zum Sport gebracht haben. Für mich persönlich elementarer Baustein für Gesundheit, Erfolg und Ausgeglichenheit. In meiner aktiven Zeit als Leistungssportler habe ich gelernt, Dinge durchzusetzen, verlässlich zu sein, aber auch Standhaftigkeit zu beweisen und auch immer wieder hart zu mir selbst zu sein.

Als leidenschaftlicher Skifahrer liebe ich natürlich den Winter, jedoch ist der Sommer in Kitzbühel für mich ganz speziell. Es gibt nichts Schöneres, als nach einer ausgedehnten Tour mit dem Mountainbike in den ins Alpenpanorama eingebetteten Schwarzsee zu springen ...

L.L. / In Kitzbühel trifft man auf einen großen Freundeskreis, mit dem man hier gemeinsam aus Tradition den Skiurlaub oder das Wochenende verbringt. Wie wichtig, finden Sie, ist hier das gemeinsame Feiern? 

C.H. / Für mich nicht wichtiger als anderswo. Ich würde es nicht unbedingt nur feiern nennen. Die Geselligkeit steht im Vordergrund. Und die Durchmischung der Leute in Kitzbühel ist gut und interessant. Es sind sehr viele Ibiza- und Mykonosliebhaber hier und das spiegelt sich auch im Musikgeschmack wider und kommt den Partys hier sehr zugute!

 L.L. / Mit Ihrem Label Strizzi Records sind sie als DJ viel unterwegs. Herrscht an den verschiedenen Orten eine ähnliche Stimmung oder müssen Sie die Tracks anpassen? 

C.H. / Es macht natürlich einen riesigen Unterschied, im Sass Club Wien, im Take Five Kitzbühel, auf dem Beatpatrol Festival oder zum Après-Ski bei Tomschy am Hahnenkamm oder auf der Hornköpflhütte zu spielen.

Und so wird je nach Location, Leuten und Playtime das Set natürlich angepasst. Trotzdem bleibe ich in der Trackauswahl spontan, weil das natürlich am Ende die Stimmung ausmacht.

L.L. / Gibt es schon Kitzbühel-News für 2018/19? 

C.H. / Es gibt bereits einige Termine mit dem Take Five Kitzbühel, aber auch neue Dinge sind im Entstehen. Lasst euch mal schön überraschen ...

Christian Hammerer im Wordrap:

©MS Foto Chris Kristallski
©MS Foto Chris Kristallski

Von Après-Ski halte ich ...verdammt viel! 

Ein schönes Lächeln ist wichtig, ...weil es oft der erste Eindruck ist, den ich von meinem Gegenüber bekomme.

Die Bergwelt... ist mein Hotspot in Kitz.

Dieser Hit geht immer: „Man with the Red Face“ von Mark Knight & Funkagenda.

Plattensammlung oder iTunes? Beides, iTunes ist leichter mitzunehmen (lacht).

An Kitzbühel mag ich ...die Mischung aus Dorfcharakter und internationalem Jetset... am liebsten.