Sportsgeist für die gute Sache

Brigitte „Gitti“ Köck ist Präsidentin des Club of Masters (CoM) – einer Vereinigung von ehemaligen und aktiven Spitzensportlern, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Sportlern in Not sowohl finanziell wie auch ideell zu helfen. Im LA LOUPE-Gespräch erzählt sie, was es mit dem Motto „Sportler helfen Sportlern“ auf sich hat…

L.L.

Was macht den CoM aus, was ist der besondere „spirit“?

B.K.

Es ist eine geniale Möglichkeit, etwas weiterzugeben. Egal, in welchem Sport du erfolgreich warst, es haben alle einmal vor den gleichen Schwierigkeiten oder Herausforderungen gestanden. Man versteht einander und gibt sich Kraft. Und aus der Sicht eines Betroffenen: Wenn mir der Boden unter den Füßen weggezogen wird und ich erkenne, dass es andere Sportler gibt, die sich für mich einsetzen und die für mich da sind – das gibt Geborgenheit und Power.

L.L.

Lässt sich die Strahlkraft von sportlichen Idolen besonders gut für Charity-Events nutzen?

B.K.

Natürlich, aber nicht nur das. Die Events sind ein wichtiger Teil, doch legen wir auch viel Wert auf Austausch und Vernetzung. Wir haben fast aus jedem Berufsfeld jemanden in unseren Reihen, was unser Netzwerk, unser „Team“, unschlagbar macht. Denn wir helfen auch mit Vermittlung und persönlichem Einsatz, mit Rat und Tat. Es macht nämlich einen Unterschied, ob ein Gregor Schlierenzauer wo anruft und im Namen des Betroffenen um etwas bittet oder ob es jemand tut, den man nicht kennt. Wir nutzen sozusagen auch „Vitamin B“ im Dienst der guten Sache.

L.L.

Sie veranstalten u. a. Golfturniere. Wieso eignet sich gerade der Golfsport so gut für Charity-Events?

B.K.

Der Golfsport ist natürlich in finanzieller Hinsicht attraktiv und darum geht’s ja. Man hat viel mehr Möglichkeiten und Zeit, Sponsoren entsprechend zu präsentieren. Viele unserer Sponsoren spielen Golf, ebenso wie viele unserer Mitglieder. Man ist den ganzen Tag am Platz, man kann sich austauschen und nebenbei Sport betreiben. Auch wenn ein ernster Hintergrund vorhanden ist, soll Charity Spaß und Freude machen.

L.L.

Eine Reihe von Partnerbetrieben unterstützt Ihren Verein. Was haben diese vom Club bzw. was hat der Club von ihnen?

B.K.

Als unsere Partner fungieren zahlreiche Golfclubs, Shopping-Betriebe, Hotels, Bergbahnen, Fitness- und Wellnesseinrichtungen sowie ganze Sportevents und Veranstaltungen. Unsere Mitglieder erhalten dort Sonder­konditionen, die Partner wiederum können unser Netzwerk für sich nutzen – eine Win-Win-Situation.

L.L.

Welche Voraussetzungen müssen Mitglieder erfüllen?

B.K.

Die Voraussetzungen für Einzelsportler sind EM-, WM- oder Olympiamedaillen und/oder ein Rang unter den Top 3 im Gesamtweltcup und/oder herausragende Leistungen. Für Mannschaftssportler gilt EM-, WM- oder Olympiateilnahme und/oder ein Österreichischer Meistertitel und/oder Mitglied im Österreichischen Nationalteam und/oder Funktion als internationaler Spieler. Und es gibt noch die Empfehlung auf Aufnahme als ordentliches Mitglied an den Vorstand, der dann prüft und entscheidet. Wir freuen uns jedenfalls auf alle, die im Sport Außerordentliches geleistet haben und die Ideale und das Motto des CoM – „Sportler helfen Sportlern“ – präsentieren und vertreten können. 

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Der Verein Club of Masters (CoM) wurde 1988 von einer Gruppe zu dieser Zeit sehr erfolgreicher Spitzensportler (unter anderem Markus Prock, Michael Hadschieff, ...) in Tirol gegründet. Der Verein organisiert und führt Benefiz- und Charity-Events durch, deren Erlös Sportlern nach Unfällen, in Notsituationen oder mit Handicap zugute kommt. Weiters unterstützt er gemeinnützige Projekte mit sportlicher Ausrichtung finanziell und ideell.

Der Club soll auch eine aktive Plattform für die heimischen SportlerInnen sein. Das aktuelle, 133 Personen starke Mitgliederverzeichnis liest wie das „Who is Who“ des heimischen Sports, darunter Olympia-Sieger, Olympia-Medaillen-Gewinner, Weltmeister und WM-Medaillen-Gewinner, zahlreiche Gesamtweltcupsieger und unzählige Europa- und Staatsmeister. Seit der Gründung 1988 wurden ca. € 500.000,– an Spenden eingenommen

​Brigitte Köck

Gitti Köck gewann in Nagano 1998 mit Bronze die erste Snowboardmedaille bei Olympischen Spielen für Österreich. Neben diesem Erfolg war sie auch noch 2 x Gesamtweltcup-Siegerin, Vizeweltmeisterin 1997, Europameisterin 1995 und kann auf insgesamt 45 Podiumsplätze im Weltcup verweisen.

Sie ist ausgebildet in diversen Sportarten, ist Lehrbeauftragte im Bereich Snowboard, Personal Trainer, Uniqa Vital Coach und verstärkt seit letzter Saison auch Österreichischen Nationalteam der Alpinen Snowboardern als Trainerin.