Lichtmaler und Schönschreiber

Clemens Bartenbach ist Fotograf und Grafiker und: Schönschreiber. Über den Umweg der Graffiti-Kunst hat er nämlich auch zur Kalli­grafie gefunden. Wie er diese unterschiedlichen Kunstformen in seiner künstlerischen Arbeit vereint, erzählt er im LA LOUPE-Interview.

Clemens Bartenbach
Clemens Bartenbach

L.L.

Ihr Weg zur Kalligrafie war ein ungewöhnlicher. Wie kam’s dazu?

C.B

Das Thema Schrift begleitet mich seit meinem 16. Lebens­jahr, als ich erstmals mit Graffiti in Berührung kam. Die Kalligrafie war dann nicht mehr weit weg und in meinem Grafik Design Studium ging es dann richtig los. Mein Ziel war es, auch neue Schriften zu schaffen. Diese sollten einen urbanen Kontext und einen Bezug zu Graffiti haben. So entstand dann die Schrift „Roll it“.

L.L.

Sie wagen einen Crossover zweier Traditionen und Kulturen. Wie würden Sie Ihre Kunst dem Neuling beschreiben?

C.B.

Das ist nicht leicht zu beantworten, da meine Arbeiten sehr unterschiedlich sind. Entweder es ist die Wiederholung eines Wortes oder eine Textinstallationen. Es können aber auch einfach nur Buchstaben sein. Bei der Fotografie geht es mir um die Reportage/ ­Dokumentation, oder besser gesagt: um die Situation.

L.L.

Darf und soll Kunst leicht verständlich sein oder ihr „Geheimnis“ bewahren?

C.B.

laloupe-innsbruck-graffiti-kalligrafie-clemens-bartenbach-03

Wenn man etwas auf den Punkt bringen kann und man versteht es leicht, warum nicht?

L.L.

Welche Ihrer Arbeiten kann man in Innsbruck sehen und wo?

C.B.

Aktuell beim Stift Wilten, wo ich eine Text­installation vor dem Stift angebracht habe – ein Projekt mit dem Bildhauer Christian Moschen, der dazu ein eigenes Werk geschaffen hat. Meine fotografischen Arbeiten findet man auf meiner Tumblr Seite. Wir arbeiten auch oft im Kollektiv und unter anderen Namen und haben da auch noch andere Projekte wie Fotografie oder Installationen.

L.L.

Wo liegen die Stärken der jungen Kunst in Tirol und was schätzen Sie am Schaffensort Innsbruck?

C.B.

Die Stärken sind es, spontan zu sein und Tirol auch mal „hinter sich“ zu lassen. Innsbruck ist klein und man hat einen guten Anschluss.

L.L.

Ein Künstler braucht immer seine „Auszeiten“. Wie sehen Ihre aus?

C.B.

Wenn ich mal eine Auszeit von bspw. der Fotografie brauche, dann wechsle ich zur Kalligrafie oder gehe ein Bild sprayen.

L.L.

Haben Sie ein großes Schaffensziel? Was möchten Sie mit Ihrem Œuvre erreichen?

C.B.

Offen sein für alles – Mut zum Selbstschaffen! Eine Spannung aufbauen und vielleicht zum Nachdenken anregen.

Galerie Oans
Galerie Oans

Clemens Bartenbach im Wordrap

Fotokamera oder Pinsel?

Kamera

Bunt oder schwarz/weiß?

schwarz/weiß

Streetart braucht unbedingt…?

Graffiti

Ich habe immer dabei..?

Marker

…hängt in meinem Wohnzimmer?

Ozkar (ozkarphotography.com/tunnels/)