Luft nach oben

Interview mit Kathrin Messer und Luisa Semmler

© Bloomergy|m

Wenn man Kathrin Messer und Luisa Semmler nach einem Wundermittel fragt, das so ziemlich alles heilen kann, dann ist die Antwort sehr eindeutig: Sport! Und der ist auch dafür verantwortlich, dass sich die Wege der beiden Münchnerinnen in einem Fitnessstudio zufällig gekreuzt haben. 

Aus einer engen Freundschaft wurde 2018 schließlich ein gemeinsames Unternehmen: Bloomergy|m. 

Als eingeschworene Sport- und Gesundheitswissenschaftler und Personal Coaches geben KathrinMesser und Luisa Semmler seitdem ihren großen Erfahrungsschatz und ihre Leidenschaft zum Sport an Jung und Alt weiter. Immer im Fokus: Der Spaß an der Bewegung.

La Loupe hat sie bei einer Trainingseinheit von „München trainiert“ besucht und erhielt Einblicke in innovative Coachingkonzepte.

L.L. / Sie coachen Sportler in puncto Fitness, Ernährung und Gesundheit. Wie trainiert man gesund für einen Marathon? Und wie schafft man die 42 Kilometer ohne körperliche Einbußen? 

K.M. / Wichtig ist es, Körper, Psyche und Ernährung in Einklang zu bringen; es macht keinen Sinn, einen Aspekt isoliert zu betrachten. Generell hat der Läufer mehr Erfolg, wenn der Kopf frei ist und man sich nicht zu stark unter Druck setzt. 

Wie man den Marathon durchsteht, kommt ganz auf die Person an – jeder Mensch ist anders. Die Chancen sind sehr viel höher, wenn man teilnimmt, weil man Spaß am Sport hat und selbst motiviert ist. So erreicht man seine Ziele eher als wenn man das Gefühl hat, man muss anderen etwas beweisen. 

L.L. / Welche Rolle spielt beim Laufen besonders der mentale Aspekt? 

K.M. / Das Mentale ist sehr, sehr spannend. Jeder muss hier einen eigenen Weg finden: Der eine entspannt bei einer Yogasession, der andere bei einem Powernap. Kurze Entspannungsphasen wie bei einem Powernap sind so stark im Kommen, dass wir sogar Workshops dazu geben. Außerdem sollte man sich ganz bewusst auf eine Sache konzentrieren, was in der heutigen Zeit, in der Multitasking großgeschrieben wird, gar nicht mehr so leichtfällt. 

Für den Marathon steht zunächst schon die körperliche Fitness im Vordergrund, denn man muss sehr leistungsfähig sein. Das Mentale lässt den Läufer jedoch auch große Hürden überwinden. Man sagt, wenn der Körper signalisiert, dass er nicht mehr kann, ist er erst bei 40 Prozent. Da ist also noch viel Luft nach oben – die Psyche spielt hier eine große Rolle. 

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L.L. / Bei „München trainiert“ sind Sie für das Warm-up, Cool-down, HIIT-, Core- und Faszientraining zuständig. Welche Rolle spielt dieses Training für den Laufsport? 

K.M. / Das Training ist essentiell. Wir machen viel im Bereich Movement-Preps und arbeiten mit dynamischen Federbewegungen, damit der Körper flexibler und elastischer wird. Besonders für die Verletzungsprophylaxe ist das wichtig. 

Außerdem steigt die Körperkerntemperatur beim Aufwärmen auf Leistungslevel, der Körper ist dann also leistungsfähiger. Als Cool-down machen wir gerne Faszientraining. Dadurch wird die Gelenkamplitude, also die Schwingungsweite, verbessert und auch dem Muskelkater kann vorgebeugt werden. Die Übungen kann man mit einer Rolle, einem Ball oder dem eigenen Körpergewicht machen. Unsere Erfahrungen damit sind durchweg positiv.   

Unser Ziel ist es, auch Fitness- und Breitensportler und Freizeitläufer aller Leistungslevel zu betreuen und aktuelle, alternative Trainingsformen vorzustellen, im Sinne einer ganzheitlichen und nachhaltigen Betreuung für ambitionierte Läufer. Aber wir wollen eben auch die Zielgruppe versorgen, die vielleicht noch nichts von ihrer neuen Berufung weiß (lacht).


Wordrap mit Luisa Semmler:

Fitnessstudio oder Open-Air-Training? Wir machen beides, im Sommer Outdoor-Workouts und im Winter sind wir im Fitnessstudio.

Das motiviert mich zum Sport: Ich bin damit groß geworden und das „Geschafft!“-Gefühl nach Trainingseinheiten löst bei mir immer Glücksgefühle aus. 

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