Über Stock und Stein

Der Geologische Lehrpfad des Fremdenverkehrsvereins

©Fremdenverkehrsverein Ga.-Pa.e.V./ Thomas Sehr

Unvorstellbare 500 Millionen Jahre alt ist der älteste Stein des Geologischen Lehrpfads des Fremdenverkehrsvereins Garmisch-Partenkirchen. Im Oktober 2015 wurde die Attraktion offiziell eröffnet und schlängelt sich 1,6 Kilometer entlang der Partnach, von der Bahnhofsstraße bis hin zum Olympia-Skistadion.

©Fremdenverkehrsverein Ga.-Pa.e.V./ Thomas Sehr
©Fremdenverkehrsverein Ga.-Pa.e.V./ Thomas Sehr

Auf dem Lehrpfad können Besucher in die spannende Steinwelt des Alpenraums eintauchen. Über 100 Exponate aus Frankreich, Italien, Schweiz, Österreich und Deutschland können sie auf dem Weg bestaunen, darunter ganz besondere Highlights:

  • Mittenwalder Marmor, der jahrhundertelang für viele prunkvolle Bauten in München verwendet wurde
  • Bündnerschiefer, der mit großem Aufwand aus dem Brenner Basistunnel nach Garmisch-Partenkirchen herbeigeschafft wurde
  • der „Edelstein-Stein“, der Edelsteine aus allen fünf Kontinenten zeigt
  • Wetzsteine, die viele Jahre ein Haupterwerb in Unterammergau und Ohlstadt waren
  • ein 3,5 Tonnen schweres Exponat, das sich hervorragend als einzigartige Fotokulisse eignet

Jung und Alt können sich zu jeder Jahreszeit von der Schönheit der Steine überzeugen und die ganz besonderen Stücke selbst entdecken. Über 60 unterschiedliche Gesteinsarten geben einen Überblick über die Vielfalt in den Alpen und machen den Geologischen Lehrpfad zum größten seiner Art in Deutschland.

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Susi’s Schmuckwerkstatt ist ein Partnerbetrieb der Lokalmarke "Inser Hoamat" ©Markt Garmisch-Partenkirchen / Matthias Fend
Susi’s Schmuckwerkstatt ist ein Partnerbetrieb der Lokalmarke "Inser Hoamat" ©Markt Garmisch-Partenkirchen / Matthias Fend


Alles fließt ... 

Interview mit Steintherapeutin und Goldschmiedin Susi Dahlmeier:

Sattes Grün, leuchtendes Blau oder gesprenkeltes Rot – jeder Stein ist anders und beeindruckt durch seine ganz individuelle Optik. Doch Steine sind nicht nur schön anzusehen, sondern haben auch einen Einfluss auf Mensch und Natur. Mit der Steintherapeutin Susi Dahlmeier taucht La Loupe in die Welt der Edelsteine ein.

L.L. / Sie sind ausgebildete Steintherapeutin. Was dürfen wir uns genau darunter vorstellen?

S.D. / Edelsteine tragen aufgrund ihrer Entstehung, ihrer Kristallstruktur, der enthaltenen Mineralien, Farben und Formen eine bestimmte Information in sich. Diese Information strahlen sie in Form einer Schwingungsfrequenz aus. Als Steintherapeutin versuche ich, den Menschen mit dem Stein zusammenzubringen, mit dem er gerade in Resonanz steht – mit dem er sozusagen die gleiche Wellenlänge hat. So wird die Wirkung der Steine spürbar.

L.L. / Steine sind sowohl bei der Therapie als auch in Ihrem Atelier Ihr „Arbeitsmaterial“. Können Sie uns ein paar Steine und Ihre Wirkung erklären?

S.D. / Da gibt es beispielsweise den Türkis, der hat bei mir das Motto: „Himmel und Erde verbinden sich in mir.“  Er ist ein Reise-, Schutz- und Glücksstein. Der Türkis ist ideal als Geschenk vor einer Reise oder zu einer Prüfung. Er hilft aber auch sehr einfühlsamen Menschen, die sich nur schwer abgrenzen können, denn der Türkis bringt uns in unsere Mitte und sorgt für Ausgeglichenheit.

Der rote Jaspis hat das Motto: „Ich bin mutig und entschlossen.“ Das ist ein Feuerstein, der dafür sorgt, dass wir unsere Themen mutig angehen, sie durchziehen und uns auch durchsetzen. Der grüne Aventurin schenkt hingegen Erholung und Entspannung. Sein Motto ist: „Ungestörte Harmonie“. Er beruhigt erhitzte Gemüter und sorgt für einen guten Schlaf. Der blaue Chalcedon sagt „Ich bin im Fluss“. Er ist der Stein der Kommunikation und hilft bei Prüfungen und Vorträgen. Was wir wissen und gelernt haben, bringt er zum Fließen – so geht alles sehr leicht und gelassen von der Hand. Im Urlaub setze ich auf den Malachit. Mit ihm taucht man tiefer in Situationen ein und wird etwas abenteuerlustig.

©Susi Dahlmeier
©Susi Dahlmeier

L.L. / Sie haben Ihr Gartenhaus in eine Schmuckwerkstatt umfunktioniert. Wenn Kunden Ihren Laden betreten, wissen Sie dann sofort, welcher Stein zur Person passt?

S.D. / Für mich ist es wichtig, dass ich mich auf die Menschen einlasse und spüre, was sie wollen. Manche kommen beispielsweise mit einer Einkaufsliste eines Heilpraktikers, einige pendeln den Stein selbst aus, manche lassen sich beraten, und wieder andere möchten ihren Stein selbst entdecken. Manche schauen sich um, finden einen Stein schön und kaufen ihn dann. Für mich ist das alles in dem Moment gut, so wie es ist.

L.L. / Manche Steine werden ins Zimmer gestellt, andere als Schmuckstück auf der Haut getragen oder ins Wasser gegeben. Wie sollte man mit den Steinen umgehen?

S.D. / Das ist ganz unterschiedlich. Es gibt Steine für verschiedene Räume, man kann sie aber auch am Körper tragen, so dass sie zunächst nur wie Schmuckstücke aussehen, die jeweilige Wirkung des Steins aber natürlich trotzdem vorhanden ist. Männer haben gerne einfach nur einen Stein in der Hosentasche. Andere nehmen gerne die Informationen über das Wasser auf. Es hängt vom Stein ab. Der rote Jaspis ist sehr anregend, deshalb sollte man ihn nicht ins Schlafzimmer legen. Manche Steine wirken sehr intensiv und isolierend, die sollte man wirklich nur stundenweise anwenden, um ganz bei sich zu sein. Hier muss man auf sein Inneres hören und schauen, ob man mit dem Stein noch in Resonanz steht. Der Stein darf gerne auch mal ruhen. Wichtig ist, dass man den Stein immer reinigt, denn er nimmt auch unsere Energie auf. Man sollte Steine deshalb regelmäßig unter fließendem Wasser waschen und immer wieder in die Sonne legen. So werden sie neutral und rein und können sich auch wieder aufladen. 

Susi’s Schmuckwerkstatt ist ein Partnerbetrieb der Lokalmarke "Inser Hoamat" ©Markt Garmisch-Partenkirchen / Matthias Fend
Susi’s Schmuckwerkstatt ist ein Partnerbetrieb der Lokalmarke "Inser Hoamat" ©Markt Garmisch-Partenkirchen / Matthias Fend

L.L. / Sie waren früher Profi-Mountainbikerin und auch Ihre Tochter Laura ist sehr erfolgreiche Biathletin. Spielten Steine für Sie damals schon eine wichtige Rolle? Was halten Sie von Glücksbringern?

S.D. / Nicht speziell die Steine standen damals im Fokus, sondern die ganze wunderbare Natur. Als ich die Strecken für ein Mountainbikerennen besichtigt habe, habe ich immer ein Blumenbestimmungsbuch dabei gehabt, um mein Wissen zu erweitern. Ich habe damals schon schöne Steine aufgehoben, jedoch war das Thema zu dieser Zeit noch nicht so verbreitet und erforscht. Ich wollte mich nach meiner Karriere weiterentwickeln und eine zusätzliche Ausbildung machen, die zu meinem Goldschmiede-Beruf passt. Und dann haben mich die Steine angesprochen ...

Glücksbringer finde ich schön, weil sie uns optimistisch stimmen. Es darf jedoch keine Abhängigkeit entstehen, denn das finde ich gefährlich. Man sollte immer im Kopf behalten, dass man es auch ohne Glücksbringer schafft.

L.L. / Steintherapie wird oft in eine esoterische Schublade gesteckt. Was entgegnen Sie Skeptikern?

S.D. / Ich gehe darauf gar nicht ein. Rege aber an, etwas hinzuspüren und es mal auszuprobieren. Ich will aber niemanden überzeugen und belehren. Jeder darf dazu seine ganz eigene Meinung und Vorstellung haben. Irgendwann machen vielleicht auch Skeptiker die Erfahrung, dass es mehr gibt als das, was wir als real empfinden. 

©Susi Dahlmeier
©Susi Dahlmeier

Infobox: Susi Dahlmeier

Susi Dahlmeier absolvierte gerade ihre Lehre zur Goldschmiedin, als sie ihre Leidenschaft für das Mountainbike entdeckte und dann als Profi-Fahrerin zahlreiche Rennen gewann. Nach ihrer Karriere widmete sie sich wieder ihrem Goldschmiede-Beruf und machte zudem eine Ausbildung zur Steintherapeutin. Ihre Schmuckstücke fertigt die sympathische Garmisch-Partenkirchnerin in ihrem idyllischen Gartenhaus, fernab des geschäftigen Treibens auf den Einkaufsstraßen der Zugspitzdestination. 

Wordrap mit Susi Dahlmeier:

Dieser Stein/dieses Schmuckstück begleitet mich tagtäglich:

Der Stein oder das Schmuckstück, das mich am Morgen ruft. Ich variiere.

Bergkristall oder Bernstein?

Bergkristall.

Auf diesen (Edel-) Stein sollte man bei einer Wanderung in Garmisch-Partenkirchen unbedingt achten:

Auf den, den wir wirklich sehen und der zu uns spricht.

Meine Leidenschaft zu Steinen kommt von ...

einer sehr naturbezogenen Erziehung. Das war die Grundlage für alle weiteren Entwicklungen. Wir haben die Passion sozusagen mit in die Wiege gelegt bekommen.