Von A wie Anorak bis Z wie Zipfelmütze

Im Gespräch mit Marion Hibler von Bimo’s Kinderladen in Garmisch-Partenkirchen

Beim Betreten von Bimo’s Kinderladen im Herzen von Garmisch-Partenkirchen spürt man sofort, dass Inhaberin Marion Hibler ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht hat. Hier fühlen sich sowohl Eltern als auch Kinder gleich willkommen – egal ob sie sich die Zeit beim Puzzeln vertreiben oder im Sortiment von hochwertigen Marken und in der Secondhandabteilung nach neuen Lieblingsstücken stöbern. La Loupe hat mit der Eigentümerin über Verkaufsschlager, die Entwicklungen in der Kindermode und den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gesprochen.


L.L. / Frau Hibler, Bimo’s Kinderladen ist in Garmisch-Partenkirchen schon fast eine Institution. Wie hat alles angefangen und woher kam eigentlich der Wunsch für ein eigenes Geschäft?

M.H. / Bevor ich den Kinderladen 1996 übernommen habe, wurde er zunächst fünf Jahre nur als Secondhandgeschäft geführt, bis ihn meine Vorgängerin für drei Jahre übernommen hat. Das Geschäft existiert also bereits seit 29 Jahren in diesem Haus – auch dank der wunderbaren Vermieter, die mich all die Jahre unterstützt haben. Nur so konnte mein Geschäft stetig wachsen. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar.

Ich habe im Einzelhandel gelernt und es hat mir schon immer großen Spaß gemacht, mit Menschen zu arbeiten. Man baut wirklich eine sehr intensive Beziehung zum Gegenüber auf. Einige Stammkunden sind dann beispielsweise sehr traurig, wenn das Kind zu groß wird, um hier weiter einkaufen zu können. Mittlerweile kommen die Kinder von damals mit ihren eigenen Kindern, das freut mich sehr. Auch Urlaubsgäste sind über Jahre hinweg treue Stammkunden geworden.

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Promotion

L.L. / Ihr Laden befindet sich noch immer in der Klammstraße in einem denkmalgeschützten Bauernhaus. Was hat sich in all den Jahren verändert?

M.H. / Die Kindermode hat sich sehr stark verändert. Mir fällt auf, dass sie immer mehr den Trends der Großen folgt. Auch das Modebewusstsein der Kinder hat stark zugenommen, das fängt häufig schon im Kindergartenalter an. Außerdem hat das Internet natürlich einen großen Einfluss auf das Einkaufsverhalten genommen, es wird viel online bestellt. Ich finde es jedoch wichtig, dass man die Kleidung anfasst, nur so spürt man auch die Qualität.

L.L. / Bimo’s Kinderladen geht steil auf die 30 zu. Gibt es ein Produkt, das bis heute ein echter Verkaufsschlager ist?

M.H. / Seit acht Jahren sind die Stücke von Anouk et Emile absolute Schlager, besonders bei Touristen. Die Kollektionen besinnen sich auf die bayerische Tradition, sind dennoch aber auch im Norden Deutschlands tragbar (lacht).

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L.L. / Von Babyzubehör über Trachtenkleidung bis hin zu Schlafanzügen – bei Ihnen wird wirklich jeder fündig. Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihr Sortiment aus?

M.H. / Der Einkauf und die damit verbundenen Entscheidungen sind tatsächlich die größte Herausforderung, man muss schließlich immer am Puls der Zeit bleiben. Ich gehe zweimal im Jahr auf Messen und ordere dort bereits ein Jahr im Voraus meine Kollektion. Ich kaufe nach meinem Geschmack ein, nur so kann ich es auch anschließend weiterverkaufen. Ich muss wirklich von jedem einzelnen Stück überzeugt sein und ich kann mit Stolz sagen, dass mir im Laden jedes Produkt gefällt. Dadurch, dass ich eher unbekannte Marken aus vorwiegend skandinavischen Ländern habe, bin ich nicht gezwungen, meine Kollektion unter Wert zu verkaufen, nur, weil ich Angst habe, dass ich das Kleidungsstück von letzter Saison nicht mehr losbekomme. Ich bleibe im Bimo’s ganz meinem sportlichen Stil treu. 

L.L. / Bimo’s Kinderladen verfolgt ein einzigartiges Konzept. Während die Eltern in Ruhe nach neuen Lieblingsstücken stöbern, können die Kleinen nach Lust und Laune spielen und entdecken. Wie wichtig ist es heutzutage, dass man im Einzelhandel nicht nur den Verkauf in den Vordergrund stellt?

M.H. / Bei uns ist die persönliche Beratung natürlich essenziell. Wir nehmen uns Zeit für die Kunden und bauen so ein familiäres Verhältnis auf – damit unterscheiden wir uns auch deutlich von den großen Ketten. Hier quatscht man auch noch eine halbe Stunde nach dem Kauf, wenn man die Zeit hat. Und die Kunden freuen sich sehr, wenn ich sie wiedererkenne und ihren Namen weiß. Gerade für uns als kleinen Einzelhandel ist eine große Persönlichkeit und ein gewohnter Ansprechpartner sehr wichtig. In meinem Laden dürfen die Kinder alles und auch die Mütter haben hier die Möglichkeit, zu stillen oder die Windeln zu wechseln. Gerne nehme ich die Babys auch auf den Arm, damit die Mama ungestört stöbern kann.

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Wordrap mit Marion Hibler

Das beste Geschenk zur Geburt: Ein gesundes Baby, egal ob Mädchen oder Junge.

Wäsche waschen und danach in die pralle Sonne legen ... hilft bei Flecken auf weißer Wäsche. Ein Tipp, den ich von meiner Mutter habe.

Dieses Lieblingsstück darf man nicht missen: Ein Kaschmirpulli mit Wolle.

Kinder in Tracht ... finde ich gigantisch – besonders in unserem Landkreis. Tracht steht wirklich jedem Kind. 

Bimos's Kinderladen Galerie