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Geschäftsführer Franz Grasegger im Interview mit La Loupe

„Ihr Haus für Tradition und Gegenwart“ – das ist der Leitspruch des Trachtenunternehmens Grasegger, das seit 1984 seinen festen Sitz im Zentrum Garmisch-Partenkirchens hat. Im Geschäft des Familienunternehmens trifft die aktuelle Generation auf ihre Vergangenheit. Seit über 30 Jahren werden alte Werte in die Moderne übertragen und Tradition und Handwerk gelebt. La Loupe traf Geschäftsführer Franz Grasegger zum Interview und sprach mit ihm über die Tracht als Alltagsgewand, die Spannung zwischen „Tradition und Moderne“ und die Faszination der Berge. 

L.L. / Ihre Großmutter Annemie, die den Grundstein für das Familienunternehmen Grasegger 1945 legte, ging schon in ihrer Jugend regelmäßig den Kramer hinauf. Von dort gab sie ihrer Mutter mit einem Spiegel Leuchtzeichen um zu signalisieren, dass sie gut am Gipfel angekommen war. Welche Rolle spielt die Bergwelt rund um Garmisch-Partenkirchen in Ihrem Unternehmen?

F.G. / Die Berge sind für uns das Identifikationsmerkmal schlechthin. Sie sind ständig präsent und man muss nur aus dem Fenster sehen um sie zu bestaunen. Einerseits begrenzen die Berge einen, aber im positiven Sinn. Man wird ermahnt, eine gewisse Andächtigkeit zu haben und Bescheidenheit zu üben. Der Berg zeigt einem Grenzen auf und gleichzeitig hat man auf dem Gipfel einen Weitblick, der einen neugierig macht, was dahinter ist. Diese Mischung prägt die Menschen in der Umgebung sehr und beeinflusst auch unser Schaffen. Wir besinnen uns einerseits auf die Kernwerte und suchen andererseits die Herausforderung und den Weitblick. Die Berge symbolisieren eigentlich unser Handeln. 

Franz Grasegger
Franz Grasegger

L.L. / Wann macht der Berg mehr Spaß? Im Sommer oder im Winter?

F.G. / Ich bin leidenschaftlicher Skifahrer und verbringe jede freie Minute auf der Piste. Aber es gibt nichts Schöneres, als im Sommer einen einsamen Gipfel zu besteigen und dabei zur Ruhe zu kommen. Ich kann mich gar nicht so richtig festlegen. 

L.L. / Nach längerem Umbau eröffneten Sie Ihr Geschäft im Herzen von Garmisch-Partenkirchen neu. Ihr Leitsatz war auch hier „traditionell und ganz modern“. Warum ist es für Sie so wichtig, diese beiden Punkte miteinander zu verknüpfen?

F.G. / Wenn man Gegensätze miteinander verbindet entsteht eine Spannung. „Traditionell und ganz modern“ – diesen Leitsatz haben meine Eltern schon bei der Gründung festgesetzt. Sie wollten damit zum Ausdruck bringen, dass sie wissen, woher die Tradition und die Trachten kommen. Das ist ein Kulturmerkmal und hat einen hohen Wert. Das Moderne ist aber wichtig um nicht im Gestern hängenzubleiben. Was wir hier machen, ist nicht nur eine museale Aufgabe, sondern wird auch weiterentwickelt. Wir besinnen uns immer wieder auf diesen Leitsatz. Einerseits gibt es eine Wertebasis, auf die wir uns stützen und andererseits wollen wir mit der Zeit gehen, erkennen die täglichen Bedürfnisse der Gegenwart und wollen auch Trends setzen. Wir möchten zeigen, dass die Tracht im Alltäglichen noch einen Platz findet und ins Morgen getragen werden kann.

Der Leitsatz spielte auch beim Umbau eine wichtige Rolle. Aus dem Grund haben wir bei der Fassadengestaltung Elemente typischer Werdenfelser Bauernhäuser verwendet und im Innenraum gleichzeitig auf traditionelle Materialien gesetzt, aber auch auf moderne Anforderungen eines Verkaufsraums geachtet. Daraus entsteht dann wieder eine Spannung. 

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L.L. / Wie entscheiden Sie, welche modernen Elemente in Ihr Traditionsgeschäft einziehen und wie mutig darf man sein, um den klassischen Kunden nicht zu vergraulen?

F.G. / Eine Checkliste hatten wir nicht – das ist Gefühlssache, egal ob es das Sortiment oder den Raum betrifft. Außerdem muss man seine eigene, feste Meinung bilden und zu der auch stehen. Wenn man nach Gefühl handelt und entscheidet, ist dieses Gefühl auch echt und man kann dahinterstehen. Deswegen kann man schwer in Worte fassen, welche Elemente erlaubt sind und welche nicht. Grundsätzlich haben wir ein großes Problem mit Kitsch. Wir wollen keinen Kitsch, ganz egal ob bei Bekleidung oder bei Wohnaccessoires. Wir wollen bodenständige und authentische Materialien verwenden und diese auch so verarbeiten. Oft macht es auch die Mischung aus traditionellen und modernen Elementen aus.

L.L. / Wie kam der Umbau bei den Kunden an?

F.G. / Wir hatten große Befürchtungen, dass es eine lange Phase der Erklärung braucht. Das war aber nicht so und das Echo war sehr positiv, was uns natürlich gefreut hat. Laut Feedback fühlen sich die Leute wohl und das war auch unser größter Wunsch. Wir wollen einen Ort, an dem man sich gerne aufhält und an dem man sich trifft. In dieser Hinsicht waren wir wohl sehr erfolgreich und das freut uns. 

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L.L. / Am Umbau waren vorwiegend einheimische Handwerksbetriebe beteiligt. Lag das daran, dass nur sie das handwerkliche Know-how für die Erweiterung des Hauses aufbringen konnten oder stand eher die Idee im Vordergrund, Handwerker aus der Region wirtschaftlich an das Haus Grasegger zu binden?  

F.G. / Wir als Grasegger haben uns schon sehr früh ein Leitbild verpasst, das wir auch mit unseren Mitarbeitern erarbeitet haben. Das besagt: „Wir sind ein Haus aus der Region, für die Region.“ Und das bedeutet auch, dass wir alles, was in der Region möglich ist, mit Partnern aus der Umgebung erarbeiten. Eine starke Region ist das A und O, um Kaufkraft am Ort zu schaffen und die Region attraktiv zu halten. Wenn wir kein Handwerk mehr haben, fallen unsere Lehrstellen weg und die jungen Leute können hier keinen Beruf mehr ausüben. Dieses Handwerk zieht auch die Touristen nach Garmisch-Partenkirchen. Daher ist es sehr wichtig regionale Partner zu haben, die man heranzieht, wenn man Projekte plant. Wir wollten ein typisches Werdenfelser Haus, da lag es nahe, dass ich mich an die Schreiner der Region wende, die dafür ein Gefühl haben.

L.L. / Wie sieht der regionale Handel generell in Garmisch-Partenkirchen aus?

F.G. / Es gibt natürlich gewisse Dinge, die kann man nicht regional beziehen. Es gibt hier aber sehr, sehr gute Betriebe, die in Garmisch-Partenkirchen noch eine große Wertschätzung genießen. Und es ist auch praktisch, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben. Deswegen arbeiten hier noch viele Betriebe aus der Region zusammen.

L.L. / Seit 2006 entsteht unter dem Dach von Grasegger das Label „2964 Garmisch“, zusammengesetzt aus der Höhe der Zugspitze und dem Heimatort der Marke. Wie unterscheidet sich die Linie von den herkömmlichen Kollektionen? 

F.G. / Die Höhe stimmt nicht mehr ganz, weil die Zugspitze vor einigen Jahren neu vermessen wurde und jetzt zwei Meter niedriger ist. Wir haben uns aber dafür entschieden, bei diesem Namen zu bleiben. Grasegger steht für sehr traditionelle Tracht, doch dieser Markt ist auch beschränkt. Wir wollten mit dem Label zeigen, dass moderne Trachtenmode nicht gleich Kitsch ist. Die Idee von „2964 Garmisch“ war eine von Tracht inspirierte Mode, die jedoch auch für Händler, die keine Tracht verkaufen, interessant ist. Mein Vater und zwei Freunde aus der Branche, die gemeinsam auf der Zugspitze beim Skifahren waren, haben diesen Gedanken dann verwirklicht. Der große Unterschied ist der modische Einfluss auf „2964 Garmisch“, vor allem im Schnitt und in der Farbgebung. Hier gibt es mehr Freiraum für Interpretation und es entsteht ein modischeres Produkt als in der Trachtenkollektion, bei dem man aber trotzdem sofort erkennt, dass es nur aus den Bergen kommen kann. Das ist auch ein Ausdruck von Herkunft.  

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L.L. / Kann man die Kollektion auch in anderen Geschäften kaufen?

F.G. / Ja, hier bei uns im Laden hat man sicher die beste Auswahl, aber die Manufaktur bedient in etwa 200 Händler, die hauptsächlich im Alpenraum zuhause sind. 

L.L. / Mit dem Label greifen Sie aktuelle Trends auf. Ist die Familie Grasegger sehr modisch?

F.G. / Wir laufen nicht den Trends hinterher, aber der Stil, den unsere Kollektionen haben, ist auch unser Stil. Obwohl wir sehr bodenständig sind, lassen wir uns auch von anderen Einflüssen inspirieren. Das finden wir sehr spannend. Auch privat in unserem Zuhause findet man Einflüsse aus dem Laden. Wir sind sehr interessiert daran, was in der Welt passiert. So ist man auch mit Einflüssen wie Schnittführung und Material konfrontiert. Daraus entstehen Ideen, die auch in die Kollektionen übernommen werden. Die Kollektionen werden zweimal im Jahr präsentiert, dazwischen auch mal Flash-Programme um den Bestand aufzufrischen. Klassiker gibt es immer, diese Anteile sind in der klassischen Kollektion sehr hoch, aber in der modischen minimal. Man kann beide Linien aber sehr gut kombinieren.

L.L. / Letztes Jahr ließen Sie das G’ wand des Labels 2964 zusammen mit der Zugspitz-Museumsbahn fotografieren.  Wie kam es zu dieser spannenden Fusion? 

F.G. / Viermal im Jahr fotografieren wir für unsere Kataloge, um zu zeigen, was es bei uns gibt und wie es in den Alltag passt. Wir wollen nicht nur Bekleidung zeigen, sondern auch, dass die Region Garmisch-Partenkirchen immer eine Reise wert ist. An Weihnachten ist das Thema immer etwas größer und wir haben zu diesem Anlass mit der Zugspitzbahn kooperiert. Ein Unternehmen, dass sich bewusst ist, dass es für Touristen attraktiv ist, aber sich nicht um jeden Preis verkauft. Die Herangehensweise bei uns beiden ist ziemlich ähnlich und daher gibt es auch immer einen guten Austausch. Daraus entwickelte sich die Idee, die Bergbahn mal in einem anderen Kontext zu zeigen. Die Motive sind auch wieder eine Mischung aus Tradition und Moderne. Die Technik der Museumsbahn ist auch heute noch „State of the Art“, hat aber auch traditionelle Elemente.

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L.L. / Kamen die Models bei diesem Shooting auch aus der Region?  

F.G / Alle Models sind aus der Region. Man kommt aus Garmisch-Partenkirchen und kennt die Menschen. Ein Model muss jedoch auch Anforderungen erfüllen, weil die gezeigten Stücke nur einmal existieren. Deshalb müssen die Einzelstücke auch passen. Wenn wir fotografieren, muss das ehrlich sein. Deswegen brauchen die Models auch einen Bezug zur Tracht. Die Fotos haben so eine ganz andere Wirkung. Wir wollen zeigen, dass nicht nur Models die Mode tragen können, sondern jeder. Wir wollen durch die Fotos Geschichten erzählen – vor der Kamera stehen Bergführer, Bildhauer und eigene Mitarbeiter.

L.L. / Mit über 100 Angestellten gehören Sie zu einem der größten Arbeitgeber in Garmisch-Partenkirchen. Wie kann man das zukünftige Team, sprich die Jugend, von Tracht und besonders für den Verkauf von Trachtenmode begeistern?

F.G. / Uns ist es sehr wichtig, dass wir eine langfristige Beziehung zu unseren Mitarbeitern haben. Positiv ist sicher, dass das Thema Tracht gerade auch für junge Menschen sehr spannend ist. Über das Interesse an der Materie, entsteht deshalb auch ein Interesse an der Firma und am Beruf. Das hilft uns, Leute zu gewinnen. Wir bieten viele Praktika an und präsentieren uns als attraktive Firma. Viele Angestellte sind auch Quereinsteiger, die dem Kunden trotzdem den besten Service bieten. Der Mitarbeiter muss hinter dem stehen, was in diesem Haus passiert und dieselben Werte teilen. Das kann man sich auch über andere Wege aneignen. Nichtsdestotrotz brauchen wir aber auch gut ausgebildete Fachkräfte, das sind hauptsächlich Lehrlinge, die sich dann innerhalb der Firma weiterentwickeln können.

L.L. / Bei Grasegger kann man Tracht nach individuellen Wünschen anfertigen lassen. Müssen Ihre Mitarbeiter im Laden eine Ausbildung in der Schneiderei absolvieren?

F.G. / Nein, sie müssen nicht nähen können. Sie lernen jedoch in der Ausbildung einiges über die Stoffe und Verarbeitungsmöglichkeiten. Wenn es um Maßanfertigungen geht braucht es dann doch ein etwas detaillierteres Wissen in der Schnitterstellung. Diese Aufgabe übernehmen 3-4 MitarbeiterInnen.

L.L. / Setzen Sie in der Manufaktur alle Wünsche um oder gibt es auch Grenzen?

F.G. / Wir positionieren uns, beispielsweise durch Magazine und die meisten Kunden wissen dann schon was sie bei uns erwartet und für was wir stehen. Deshalb passiert es fast nie, dass wir Wünsche nicht umsetzen können. Manche Anfragen können und wollen wir aber einfach nicht erfüllen, eine Lederhose für 100 Euro gibt es bei uns nicht. Grasegger steht für Qualität und die ist in einem solchen Fall einfach nicht gegeben. Das entspricht nicht unseren Werten.

Familie Grasegger
Familie Grasegger

L.L. / Herr Grasegger, Sie sind ja vom Fach. Wie sieht denn Ihre ganz persönliche Lieblingstracht aus?

F.G. / Die ist stark von der Jahreszeit abhängig. Im Sommer ist es die kurze Lederhose und ein schönes Hemd – das Pfoad, das nur bis zur Mitte geknöpft ist. Dazu dann eine Trachtenweste. Im Winter trage ich gerne einen schönen, weichen Loden und gerne einen modischen Schuh dazu. Das sind meine Begleiter für den Alltag. An Feiertagen schlüpfe ich auch gerne in meine ganz traditionelle Tracht. Das ist dann meine Lieblingstracht, weil man hier merkt, woher sie kommt und diese Rückbesinnung sehr gut tut. Uns macht es froh, dass Tracht wieder zur Selbstverständlichkeit wird. Man fühlt sich wohl, es ist ein edles Gewand und sehr individuell. Wir haben den Eindruck, dass man in einer globalen Welt gerne seine Wurzeln zeigt. 

L.L. / Manche Trachtenliebhaber sind davon überzeugt, dass eine Lederhose erst nach ein paar Jahren und einigen Gebrauchsspuren am schönsten ist. Wie sehen Sie das?

F.G. / Eine neu gekaufte Lederhose hat auch ihren Reiz. Aber nichtsdestotrotz gehört eine Lederhose getragen und sie wird von Mal zu Mal schöner. Sie verändert ihren Charakter und erzählt eine Geschichte – dann ist sie perfekt. Es gibt nur eines, was die Lederhose wirklich kaputt machen kann: Säuren. Ein Glas Prosecco und Zitronensaft sind also fatal. Das frisst sich ins Leder und macht die Gärbung kaputt. Sonst ist sie sehr pflegeleicht, sie muss jedoch trocken in den Schrank. Die pralle Sonne sollte man auch vermeiden, weil das Leder sonst austrocknet. Wenige Dinge sind so unkompliziert wie Lederhosen. Wenn trotzdem mal etwas passiert, kann man das Stück gerne bei uns vorbeibringen. Wir konnten im Laufe der Zeit viele Erfahrungen sammeln.  

L.L. / Im Sommer 2015 statteten Sie das Ensemble von „Opern auf Bayrisch“ mit Ihren Trachten aus. Und auch die Appenzeller Musikanten spielten schon auf Ihrer Weihnachtsfeier. Auf was dürfen wir uns in Zukunft freuen?

F.G. / Wir engagieren uns im Sport und auch in der Kultur, denn auch diese Faktoren machen einen Ort lebendig. Und es drückt auch das aus, was uns wichtig ist. Deshalb unterstützen wir diese Bereiche. Wir suchen dann nach Projekten, die zu uns passen – so wie die „Oper auf Bayrisch“. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Veranstaltung und unser Unternehmen 30 Jahre alt, das mussten wir natürlich feiern. Die Darsteller von der „Oper auf Bayrisch“ treten seitdem komplett in unserer Bekleidung auf, die teilweise speziell für diesen Anlass angefertigt wird. Sie haben aber als Gegenleistung auch bei uns in Garmisch-Partenkirchen, speziell zu unserem Jubiläum, ein Konzert gespielt. Mit den Appenzellern stand ein Austausch im Vordergrund und die Auseinandersetzung mit einem ähnlichen, aber doch anderen Kulturkreis. Momentan ist nichts konkretes in Planung. Wir haben zwei andere Projekte, auf die wir uns gerade konzentrieren: Das eine ist die Verwirklichung des nächsten Bauabschnitts. Wir möchten unser Untergeschoss komplett renovieren. Im Advent 2016 wird es dann eröffnet. Das andere ist die große Leidenschaft meines Vaters zum Werdenfelser Gebirgsschaf, und er hat sich nun den Traum einer Herde erfüllt. Damit beschäftigen wir uns sehr stark und im November wird sich unser Magazin „ Der Grasegger“  auch mit den Schafen und der Wolle im Werdenfelser Land auseinandersetzen. Außerdem werden wir eine kleine, feine Produktlinie herausbringen, die ausschließlich aus Werdenfelser Schafswolle gefertigt ist. Vom Heim-Accessoire bis zum Hut wird in diesem Jahr einiges entstehen. 

L.L. / Sie sagen selbst, dass die Stoffe die Seele Ihres Geschäfts sind und haben sogar eine eigene Sammlung alter Druckmodln. Welche Farbkonzepte und Muster werden denn diese Saison aktuell?

F.G. / Die Tracht ist Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und deshalb ist erlaubt, was gefällt. Dieses Jahr gibt es viele Jacquard-Gewebe und Muster aus der „Großelternzeit“. Ein Retrolook, der in seiner Ausarbeitung sehr modern ist. Es wird viel auf Nichtfarben gesetzt, die dann mit einer Knallfarbe kombiniert werden, was sehr edel wirkt. Der Trend geht aber auch wieder mehr in Richtung Farben, wobei die nicht zu laut sind: Bordeauxrot, Beerentöne, Blautöne, die einen matten Stich haben und sehr ruhig wirken. Die Farben werden oft mit altem, ungefärbtem Leinen kombiniert. Es geht also wieder zurück in die Zeit unserer Großeltern und wir orientieren uns an den Farben und Mustern von damals. Die Schnitte und Passformen sind aber trotzdem modern.

L.L. / Zum Grasegger kommen die Kunden vor allem auch wegen der Wohlfühlatmosphäre. Wo entspannen Sie am liebsten?

F.G. / Ich entspanne am liebsten in den Bergen, egal wo sie sind. Wenn ich nicht viel Zeit habe, bleibe ich in der Region. Im Winter liebe ich das Skifahren und wenn ich mal drei Wochen Zeit frei nehmen kann, fahre ich auch gerne in die Rocky Mountains. 

Grasegger Gallerie

Wordrap

Loden- oder Lederhosen? Lederhose.

Jeans und ...Trachtenweste … geht immer!

Von den vorherigen Generationen habe ich gelernt ... bodenständig zu sein.

Als Kind wollte ich … erst Müllfahrer und dann Papst … werden.

Dirndl mag ich ... sehr, sehr gern. 

Infobox

Seit 2014 ist Franz Grasegger gemeinsam mit seinem Vater Geschäftsführer des Traditionshauses Grasegger im Herzen von Garmisch-Partenkirchen, für das seine Eltern 1984 den Grundstein legten.  Seitdem besticht der „Grasegger“ durch authentische, ehrliche Tracht und Mode, die davon inspiriert ist. In der eigenen Manufaktur in Farchant werden seit über 15 Jahren Trachtenkollektionen für Herren in traditioneller Handarbeit gefertigt und finden so Liebhaber auf der ganzen Welt.