Zeit nehmen – Zeit leben

Interview mit Theo Peter, Geschäftsführer vom Hotel quartier in Garmisch-Partenkirchen

Beeindruckende Ausblicke in die Bergwelt rund um Garmisch-Partenkirchen sind im Hotel quartier garantiert. Die klare Holzarchitektur mit ihren großen Fenstern ist ein Eyecatcher, in den Lodges laden die offenen Galerien mit Hängematte zum Entspannen ein. Hier lässt man die Seele baumeln – und bleibt offline. La Loupe traf sich mit Geschäftsführer Theo Peter und bekam spannende Einblicke in das außergewöhnliche Hotelkonzept.

L.L. / Herr Peter, im quartier lautet die Devise „Einfach mal offline sein“ – in der Grundausstattung sind Ihre Lodges also frei von Fernseher und Internet. In Zeiten von permanenter Erreichbarkeit und ständigem Surfen, wie reagieren die Gäste auf das „Digital Detox“?

T.P. / Natürlich sind die Meinungen dazu sehr unterschiedlich, das Thema ist zugleich Fluch und Segen. Wir versuchen jedoch, ein Bewusstsein zu schaffen, sich auf das Wesentliche zu besinnen – ganz ohne Druck von außen. Man soll im quartier ankommen, die spannende Architektur genießen und die Symbiose von Natur und Haus spüren. Der Gast soll Zeit haben abzuschalten, deshalb sind unser Lodges auch ohne Fernseher ausgestattet. Stattdessen kann man ein gutes Buch zu Hand nehmen. Das war von Anfang an unser Grundkonzept. Wir bieten unseren Gästen die Gelegenheit, den Alltag hinter sich zu lassen. Dazu gehört für uns der reduzierte, bewusste Umgang mit den neuen Medien, die uns enorm viel Zeit rauben. Unsere Lodges sind frei von Elektrosmog, öffnen dadurch den Geist und befreien den Kopf. Das spürt man auch durch die Architektur, die die Garmischer Bergwelt ins Haus holt. Uns ist es wichtig, dass sich die Gäste bewusst Zeit nehmen und diese Zeit leben – so kommt die Kreativität für Neues, Anderes von ganz alleine.

Auf Wunsch kann der Gast per Onlineschalter in den Logdes jegliche Medientechnik zuschalten, aber auch bewusst abschalten, wenn man elektrosmogreduzierte Raumqualitäten haben möchte. 

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L.L. / Wie kommt das quartier generell bei den Gästen an?

T.P. / Anfänglich war es nicht ganz leicht. Heute begrüßen wir hier aber ein sehr internationales Publikum, das unser Hotelkonzept, die Architektur, die Materialität und seine Geschichte spannend findet und schätzt. Viele Gäste aus kreativen Berufen fühlen sich vom quartier angezogen, wir sind mittlerweile sehr beliebt bei einem Münchner Publikum, das uns als ihr cooles Stadthotel in den nahen Bergen schätzt. Zahlreiche Firmen buchen unsere Lodges einschließlich der Tagungsräume. Dabei ist das Zukunftsthema Nachhaltigkeit in unserem Haus für die Unternehmen von besonderer Bedeutung.

L.L. / Das quartier sticht sofort durch seine spannende Architektur heraus: Vier Spitzen und asymmetrische Giebel erinnern an die dahinterliegende Bergkulisse. Inwiefern hat die Optik des quartiers Einfluss auf den Ort genommen?

T.P. / Viele finden es sehr gut, manchen bleibt es fremd. Natürlich ist die Architektur auf den ersten Blick ungewöhnlich und lädt dazu ein, hinterfragt zu werden – und das soll und muss man sogar. Einige haben das Konzept anfänglich nicht verstanden, heute stehen viele Kritiker dem Projekt jedoch positiv gegenüber. Oft ist man bezüglich des Äußeren des Neubaus irritiert, der Altbau schafft aber als Seele des Projekts eine besondere Akzeptanz und dann begeistert die natürliche, kreative Materialität im Inneren, denn hier ist nichts aus dem Hotelkatalog. 

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Promotion

L.L. / Die Tagesbar verwöhnt Gäste täglich von 7.30 bis 23 Uhr mit einer kleinen, aber feinen Auswahl an Köstlichkeiten. Nach welchen Kriterien wählt der Küchenchef die Speisen auf der Karte aus?

T.P. / Die Tagesbar ist zunächst in ihren Öffnungszeiten einzigartig – normalerweise schließen die Lokale hier weitaus früher. Und wir heißen hier alle willkommen, nicht nur Hausgäste. Bei den Kriterien zu den Speisen gilt: weniger ist mehr. Hier gibt es nichts aus der Dose – aber gar nichts! Wir bevorzugen für die Zubereitung unserer Speisen Zutaten aus biologischem Anbau und legen Wert auf die Verwendung von saisonalen Produkten aus der Region.

Im quartier folgen wir der Prämisse, dass es unsere Gerichte auf der Karte sonst nirgendwo in Garmisch-Partenkirchen geben darf. Außerdem ist uns der Wechsel der Gerichte wichtig. Wir bieten hauptsächlich vegetarische Speisen, aber auch Fleischgerichte und Suppen an, die immer frisch gekocht werden. Dafür haben wir uns ganz bewusst entschieden, das ist für uns unverzichtbare Qualität.

Ein herzlicher, persönlicher Service ist uns wichtig, wir möchten, dass sich hier jeder Gast willkommen und zuhause fühlt. Jeder Mitarbeiter hat seine eigene Persönlichkeit und die soll bei unseren Gästen auch so ankommen, deshalb haben wir auch keinen Arbeitsdresscode.

L.L. / In Ihrem Haus kommen Entspannungssuchende und Wissenshungrige in den Genuss von Spezialangeboten. Erzählen Sie uns davon!

T.P. / Unser Hotelkonzept mit „ankommen“, „abschalten“ und „bewegen“ ist auch Inhalt unserer Angebote.

Ankommen in guter Architektur wird in entsprechende Seminarangebote umgesetzt, abschalten in Offline-Urlaubsangeboten für Familien und Firmen organisiert. Das Bewegen hat das Ziel, unseren Gästen den üblichen Wellnessstress durch begleitete Sportprogramme in der wunderbaren Garmischer Bergwelt zu ersparen.

Dies wird begleitet von Mentalseminaren, auch mit den Themen „Zeit nehmen – Zeit leben“. Auch hierzu ist uns eine besondere Qualität der Referenten mit Sportwissenschaftlern, Mentalcoaches sowie Experten zu Offline- und Zeitthemen wichtig.

Ein ganz besonderes Angebot gibt es für unsere Gäste immer: ankommen und nichtstun. Aus Erfahrung kommt dann irgendwann die Kreativität mit neuer Wahrnehmung wie von selbst um die Ecke.

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Promotion

L.L. / Das quartier empfängt seit November 2016 Gäste im Herzen Garmisch-Partenkirchens. Wie sieht der perfekte Tag in der Alpenmetropole aus?

T.P. / Gäste sollten Garmisch-Partenkirchen in seinen Werten wahrnehmen, und die sind da draußen in der Bergwelt. Im Idealfall hat man gut geschlafen und genießt hier im quartier ein richtig gutes Frühstück. Dann geht es raus in die Natur und bewegt sich so, wie es Spaß macht. Manche können das mehr, andere weniger. Geübte Sportler erleben die Zeit in der Natur sehr intensiv – egal ob beim Laufen, Radeln oder beim Schneeschuhwandern. Der Ungeübte wird auf Wunsch begleitet.

Wordrap mit Theo Peter

Wenn ich offline bin ... bin ich ruhiger und kann denken.

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Urlaub bedeutet für mich: Erstmal nichts tun.