Neue Perspektiven

Unternehmensgruppe Franz Hummel entwickelt neue Baukonzepte für die Region

Visualisierung Hostel

Garmisch-Partenkirchen ist in Bewegung: Die Zugspitze bekommt nicht nur eine neue Seilbahn, sondern auch das Bahnhofsareal im Zugspitzort wird umgestaltet. „Erleben – Begegnen – Wohnen“, diese Schlagwörter beschreiben die innovative Umsetzung des Projekts von Franz Hummel und seinem Team. Der Bauunternehmer hat La Loupe erklärt, was sich hinter der Umstrukturierung verbirgt und verrät, wie er seine Freizeit am liebsten in Garmisch-Partenkirchen verbringt.

L.L. / Herr Hummel, Sie genießen das Privileg, dort zuhause zu sein, wo andere Urlaub machen. Was macht den Charme Ihrer Heimat Garmisch-Partenkirchen aus?

F.H. / Den Charme meines Heimatorts erkenne ich insbesondere in den dort lebenden Menschen. Einerseits tief verwurzelt und bodenständig, leben sie ihre Traditionen sowie Gemeinschaft noch aus ganzem Herzen und zeigen sich andererseits dem Neuen gegenüber doch sehr interessiert und aufgeschlossen. Man kennt einander und viele von ihnen sind mir über die Jahre sehr gute Freunde geworden. Einzigartig sind zudem natürlich die beeindruckende Natur- und Bergwelt, die Vielzahl der auf kurzem Weg erreichbaren Freizeitaktivitäten sowie die nahen Anbindungen an die Großstädte München und Innsbruck. 

©Franz Hummel
©Franz Hummel

L.L. / Sie sind seit Ihrem 21. Lebensjahr als Unternehmer in der Baubranche tätig und wissen auch, dass Garmisch-Partenkirchen in einigen Bereichen attraktiver werden muss. An welchen Punkten muss man Ihrer Meinung nach zukünftig ansetzen?

F.H. / Trotz seiner Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit ist auch Garmisch-Partenkirchen mit verschiedenen strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Hierzu zählen aus meiner Sicht insbesondere die zunehmende Überalterung im Einwohner- und Gästegefüge. Zudem sind hohe Abwanderungs- und Auspendelungsquoten die Folge eines eingeschränkten Angebots an qualifizierten Arbeitsplätzen. Als Grundstein für die erforderliche Kehrtwende bedarf es – wie andere Kleinstädte rund um München sehr eindrucksvoll belegen – geeigneter und gut aufeinander abgestimmter Immobilienlösungen. Für Garmisch-Partenkirchen sind dies insbesondere die Modernisierung des Hotel- und Freizeitangebots sowie die Schaffung von bezahlbarem Mietwohnraum und Wohneigentum. Auch die zeitnahe Bereitstellung von passenden Gewerbeflächen für Handwerker und Unternehmer ist eine entscheidende Basis für ein künftiges lokales Wirtschaftswachstum.

L.L. / „Erleben – Begegnen – Wohnen“: Unter diesem Motto steht die baulichen Verwirklichung am Bahnhof von Garmisch-Partenkirchen, die von Ihrer Agentur durchgeführt wird. Was verbirgt sich hinter dem Projekt?

F.H. / Wir hatten die Möglichkeit, vor drei Jahren in zentraler Lage zwischen Garmisch und Partenkirchen ein Gesamtgrundstück mit 90.000 Quadratmetern zu erwerben. Dort werden wir einen Teil der zuvor genannten Themen lösen. Im Eingangsbereich des Geländes entsteht als neuer Erlebnispunkt für junge Menschen und aktive Junggebliebene eine super-moderne Kletterhalle nebst Boulder- und Funpark, ein innovatives Hostelkonzept in alpiner Schale, eine preiswerte Systemgastronomie für kulinarische Erlebnisse, eine Erlebnisbäckerei und vieles mehr. Großzügige Platzbildungen sollen die Kommunikation und Geselligkeit fördern, wie auch das Team-Resort mit seinen pfiffigen Microappartements seinen Bewohnern das Gefühl von Gemeinschaft geben. 

Visualisierung Objekt Riedweg
Visualisierung Objekt Riedweg

L.L. / Modernes Hostel, eine Kletter Arena und schicke Appartements – mit dem Projekt möchten Sie überwiegend junge Menschen ansprechen. Warum liegt Ihnen diese Generation so am Herzen?

F.H. / Ich selbst bin mit ganzem Herzen Vater von zwei Buben mit sechs und acht Jahren. Ich möchte ihnen und ihren Freunden eine Perspektive für ihre Zukunft an unserem Heimatort geben. Viele junge Menschen hier sind gezwungen, für ihre berufliche Ausbildung und ihren Werdegang das „gelobte Land" zu verlassen.

Neben dem Bahnhofsprojekt soll auch das von uns geplante Gewerbegebiet am Ortseingang von Partenkirchen diesbezüglich neue Möglichkeiten schaffen. Auf knapp 50.000 Quadratmetern können sich hier künftig insbesondere kleinere lokale Betriebe baulich und unternehmerisch verwirklichen. 

L.L. / Das Projekt am Bahnhof umfasst ungefähr 90.000 Quadratmeter. Wie reagierten die Bewohner Garmisch-Partenkirchens auf das Bauvorhaben?

F.H. / Der Zuspruch für unser Projekt, der mir von verschiedener Seite nahezu täglich begegnet, erstaunt mich immer wieder aufs Neue und bestärkt mich andererseits aber auch mehr und mehr, hier den richtigen Weg zu gehen. Garmisch-Partenkirchen ist leider auch bekannt dafür, seit vielen Jahren im „Dornröschenschlaf" zu liegen. Dieser Ort hat so viel Potenzial und es wäre äußerst schade, ihn daraus nicht „wachzuküssen" (lacht).

LaLoupe_GaPa_moun10.jpg

L.L. / Momentan realisieren Sie auch ein exklusives Landhaus im Chalet Ambiente, von dem man einen traumhaften Blick auf die Zugspitze und das Wettersteinmassiv hat. Was inspirierte Sie bei der Umsetzung dieses besonderen Domizils?

F.H. / Der Reiz in diesem Objekt findet sich in der Symbiose von Tradition und Moderne. Aus erster Sicht scheinen sich diese Attribute noch gegenseitig auszuschließen, auf den zweiten Blick liegt aber gerade in der bewussten Kombination von Kontrasten unwahrscheinlich viel Würze. Am Beispiel unseres Bungalows verschmelzen moderne Architektur und traditionell-alpine Fassadenelementen aus Naturstein und Altholz in perfekter Weise. 

L.L. / Sie setzen alle Projekte mit einheimischen Handwerkern und Betrieben um. Welche Vorteile bietet diese Herangehensweise?

F.H. / Die Vorteile finden sich insbesondere in einem Miteinander! Man vertraut sich und kennt die Qualitäten des anderen. Nahezu alle Themen kann man direkt vor Ort lösen. Und wenn's wirklich mal hakt, bespricht man die Sache bei einem Glas Bier. Ein wichtiger Aspekt für uns, ist aber auch, aktive Wirtschaftsförderung für die Region zu leisten. 

L.L. / Im Dezember 2017 eröffnet die neue Seilbahn Zugspitze und das Bauvorhaben am Bahnhof soll 2020 abgeschlossen sein. Haben Sie das Gefühl, dass sich etwas bewegt in Garmisch-Partenkirchen?

F.H. / Ich bin überzeugt davon, dass beide Projekte ordentlich Anschub für die weitere Entwicklung von Garmisch- Partenkirchen leisten werden und wünsche mir, dass sich viele von deren Sogwirkung mitnehmen lassen. Meine Hoffnung liegt hier insbesondere auf der neuen Generation der lokalen Unternehmer und Freiberufler. Viele von ihnen verspüren wie auch ich so viel Herzblut für diesen Ort und wünschen sich, gemeinsam in eine moderne wie auch authentische Zukunft zu gehen. 

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L.L. / Herr Hummel, wenn man Sie nicht hinter dem Schreibtisch oder auf der Baustelle antrifft, wo verbringen Sie am liebsten Ihre Freizeit im Zugspitzort?

F.H. / Untertags am liebsten mit meinen beiden Buben auf Radl oder Skiern in den heimatlichen Bergen, und am Abend mit meinen guten Freunden in geselliger Runde. 

Wordrap

Altbau oder Neubau? Beste Lösungen.

Mein Motto: Mehr als Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr möchte ich leben.

Zukunft bedeutet ... Perspektive schaffen.

Das treibt mich an: Die Lust zu bewegen.

Garmisch-Partenkirchen ist für mich ... mein Lebensmittelpunkt.

Infobox

Franz Hummel führt die gleichnamige Unternehmensgruppe in Garmisch-Partenkirchen. Er setzte schon zahlreiche Projekte rund um den Zugspitzort erfolgreich um und ist momentan gemeinsam mit seinem Team mit der Umstrukturierung des Bahnhofs betraut. Unter dem Motto „Erleben – Begegnen – Wohnen“ werden hier bis 2020 nicht nur ein modernes Hostel und ansprechende Appartements entstehen, sondern auch ein Kletterturm. Franz Hummel ist seit seinem 21. Lebensjahr als Unternehmer in der Baubranche tätig und leitete bis zu 100 Mitarbeiter.